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Thomas Anz: Psychoanalyse in der literarischen Moderne. Ein Forschungsbericht und Projektentwurf. In: Die Literatur und die Wissenschaften 1770-1930. Hg. von Karl Richter, Jörg Schönert und Michael Titzmann. Stuttgart: Metzler und Poeschel 1997. S. 377-413.

Thomas Anz

Psychoanalyse in der literarischen Moderne

Ein Forschungsbericht und Projektentwurf [ 1 ]

Wer sich als Literaturwissenschaftler mit wie immer gearteten Zusammenhängen von literarischer Moderne und Psychoanalyse befaßt, sieht sich rasch in Beziehungsprobleme zwischen Literatur und Wissenschaft involviert, die es zu durchschauen und zu beschreiben gilt. Da ist einmal das gespannte Verhältnis insbesondere der deutschen Literaturwissenschaft zur Psychoanalyse. Die deutsche Literaturwissenschaft hat nach 1945 die Auseinandersetzungen mit der Psychoanalyse nur sehr zögernd aufgenommen, hat auf sie vielfach mit bloßen Ressentiments und Ausgrenzungsstrategien reagiert.[ 2 ] Erst seit den siebziger Jahren hat sich das langsam, aber stetig zu ändern begonnen, auch wenn das tief in unserer Wissenschaft verwurzelte Psychologismusverdikt sich noch heute zu behaupten vermag. Daß die Bücher Freuds 1933 verbrannt wurden, ist sicher der Hauptgrund für die noch weit über 1945 hinaus anhaltende Abschottung der deutschen Literaturwissenschaft gegenüber der Psychoanalyse, doch nicht der einzige. Ein weiterer liegt in jenem reduktionistischen Schematismus psychoanalytischer Literaturinterpretationen, der in jedem analysierten Text immer das findet, was er sucht: das ödipale Drama oder, in jüngerer Zeit bevorzugt, als Basis narzißtischer Größen- oder Verschmelzungsphantasien das Drama der frühkindlichen Ablösung von der Mutter.

Seit den siebziger Jahren sind in Deutschland die psychoanalytisch angeregten Umgangsformen mit Literatur ausgedehnt und verfeinert worden. Auffallend dabei ist, und dieser Eindruck ließe sich mit Hilfe der einschlägigen Bibliographie zur Literaturpsychologie von Joachim Pfeiffer sogar quantifizieren, daß sich psychoanalytisch inspirierte Textinterpreten bevorzugt solchen Autoren und Werken zuwenden, die der Vorgeschichte der Psychoanalyse oder ihr selbst eng verbunden sind.[ 3 ] Neben Karl Phillip Moritz und Goethe sind es die Autoren aus dem Umkreis der Romantik, doch dann vor allem die der literarischen Moderne seit der Jahrhundertwende, denen das Interesse von Psychoanalytikern und psychoanalytisch interessierten Literaturwissenschaftlern bevorzugt galt, allen voran Schnitzler, Hofmannsthal, Rilke, Thomas Mann, Kafka und Musil, auch Trakl, Benn, Döblin, Brecht und anderen. Parallel zu psychoanalytischen Interpretationen von Texten aus der literarischen Moderne sind auch die Forschungen über das Verhältnis der literarischen Moderne zur Psychoanalyse vorangetrieben worden. Autoren und Texte aus dem Umkreis der Moderne sind also zum einen Gegenstand der schon früh an ihnen interessierten Psychoanalyse geworden. Zum anderen folgt die literarische Modern, angeregt von, zuweilen auch in Konkurrenz zu oder auch unabhängig von ihr, selbst psychoanalytischen oder psychoanalyseähnlichen Impulsen. Psychoanalytische Interpretationen von Texten aus dem Umkreis der Moderne sind also vielfach Interpretationen von Texten, in die psychoanalytisches oder psychoanalyseähnliches Wissen eingegangen ist.[ 4 ] Das hat häufig zu irritierenden Vermischungen von Fragestellungen geführt, die strikter als in der Kafka-, Musil-, Döblin- oder Thomas Mann-Forschung üblich zu unterscheiden sind. In oft gleitenden, selten ausreichend reflektierten Übergängen werden vor allem folgende Typen von Aussagen miteinander kombiniert:

a. psychoanalytische Aussagen über die Person des Autors, sein Unbewußtes und seine ihm selbst mehr oder weniger verborgene Lebensgeschichte;

b. psychoanalytisch analog zur Traumdeutung interpretierende Aussagen über 'latente' Textbedeutungen;

c. Aussagen über das psychoanalytische Wissen, das ein Autor hatte, das in seine Texte eingegangen ist, das die Texte beim Leser für ein angemessenes Verständnis voraussetzen oder auf das sich literarische Texte mit intertextuellen Verweisen beziehen;

d. historisch vergleichende Aussagen über etwa zeitgleich entstandene Texte der Psychoanalyse und der Literatur;

e. heuristisch vergleichende Aussagen über psychoanalytische Wissensbestandteile, die der Literaturwissenschaftler in seine Theoriesprache übernimmt, und literarische Texte der Vergangenheit.

Im folgenden geht es nicht um vorhandene Versuche oder neue Ansätze zur psychoanalytischen Literaturinterpretation, sondern um Rekonstruktionen des psychoanalytischen Wissens, das sich Autoren aus dem Umkreis der literarischen Moderne angeeignet und in ihren Texten verarbeitet haben. Es gibt kaum einen Autor der literarischen Moderne, zumal unter den bedeutenderen, der sich nicht mit der Psychoanalyse auseinandergesetzt hätte. Die Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts ist ohne die Rezeptionsgeschichte der Psychoanalyse nicht angemessen zu begreifen. Das gilt allein schon für drei der bedeutendsten Romane aus der Zeit der Weimarer Republik, in denen die Psychoanalyse einen wichtigen Stellenwert hat: Der Zauberberg, Berlin Alexanderplatz und Der Mann ohne Eigenschaften. Doch schon früher, 1920, hob in der Zeitschrift Das Kunstblatt ein Aufsatz unter dem Titel Expressionismus und Psychiatrie den "gewaltigen Einfluß" hervor, "den die Freudschen Gedankengänge auf die Kunst ausgeübt haben. Es gibt kaum ein Kunstwerk der jungen Dichtung, das nicht den Einfluß der psychoanalytischen Forschungsrichtung erkennen ließe".[ 5 ] In größerem Stil ist man diesem "Einfluß" erst seit etwa zwanzig Jahren nachgegangen. In einem Aufsatz über Franz Werfel, Freud und die Psychoanalyse[ 6 ] kündigte Bernd Urban 1973 eine in Zusammenarbeit mit Johannes Cremerius erstellte "Dokumentation der Rezeption der Psychoanalyse durch deutschsprachige Dichter und Schriftsteller" an, die bei S. Fischer publiziert werden sollte. Sie ist nicht erschienen. Es gibt bis heute keine umfassende und systematische Darstellung des Themas. Allenfalls die 1980 an der TU Berlin vorgelegte und 1983 unter dem Titel Nervenkunst erschienene Dissertation von Michael Worbs hat zumindest einen grundlegenden Teil einer solchen Darstellung geliefert.[ 7 ] Er betrifft, so der Untertitel, die Literatur und Psychoanalyse im Wien der Jahrhundertwende. Grundlegend ist diese Arbeit schon deshalb, weil sie in ihrer Konzentration auf die Wiener Szene, vor allem auf Bahr, Kraus, Schnitzler und Hofmannsthal, die früheste Phase der literarischen Psychoanalyse-Rezeption umfaßt.[ 8 ] Wichtige Ergänzungen und auch Korrekturen dazu finden sich in der monumentalen Habilitationsschrift von Horst Thomé über "Realismus, Tiefenpsychologie und Psychiatrie in deutschen Erzähltexten" zwischen 1848-1914.[ 9 ] Sie hat nicht nur die Vorzüge großer Materialfülle und hoher methodischer Reflektiertheit, sondern berücksichtigt auch die wissenschaftsgeschichtlichen Kontexte der Psychoanalyse. In der 1993 erschienenen Arbeit finden sich neben umfassenden Ausführungen über Bahr, Keyserling und vor allem Schnitzler zumindest kleinere Exkurse über Autoren wie Musil, Kafka, Arnold Zweig oder Rilke.

Was ansonsten die Autoren, die nicht zur Wiener Moderne gehören, und was die aus der Zeit des Expressionismus und der Weimarer Republik angeht, so sieht sich heute der an dem Thema Interessierte auf eine Vielzahl verstreuter und heterogener Einzelstudien verwiesen. Cremerius hat inzwischen etliche Aufsätze veröffentlicht, die insbesondere dem Verhältnis Gerhart Hauptmanns, Robert Musils, Arnold Zweigs, Stefan Zweigs und Hermann Hesses zur Psychoanalyse nachgehen.[ 10 ] Seit Ende der siebziger Jahre ist von mehreren Beiträgen, am materialreichsten, wenn auch noch kaum erschöpfend 1983 von Jennifer Michaels, die bedeutende Rolle beschrieben worden, die der unorthodoxe Freudschüler und kulturrevolutionäre Anarchist Otto Gross bei der Vermittlung der Psychoanalyse an die Boheme- und Intellektuellenkreise in Wien, Berlin, Prag oder München spielte.[ 11 ] So weiß man inzwischen, daß er schon in den allerersten Anfängen der expressionistischen Bewegung, im Berliner "Neuen Club", eine bekannte und umstrittene Person war[ 12 ]; man weiß einiges nicht nur über die zeitweilige Verbundenheit Kafkas[ 13 ] mit Otto Gross, über das Verhältnis Franz Jungs[ 14 ], Leonhard Franks[ 15 ] oder Werfels[ 16 ] zu ihm, sondern ist vor allem auch einigermaßen darüber informiert, was der literarische Anarchismus[ 17 ] oder auch Richard Huelsenbeck[ 18 ] den Anregungen dieses Mannes verdankten. Relativ wenig ist über die Auseinandersetzungen Gottfried Benns, Carl Einsteins[ 19 ] oder Kurt Tucholskys[ 20 ] mit Freud bekannt, mehr über die Hauptmanns[ 21 ], Rilkes[ 22 ], Lou Andreas-Salomés[ 23 ], Kafkas[ 24 ], Döblins[ 25 ], Thomas Manns[ 26 ], Arnold Zweigs[ 27 ], Stefan Zweigs[ 28 ], Hugo Balls[ 29 ], Brechts[ 30 ] oder auch Brochs[ 31 ]. Alles was dazu zusammengetragen und geschrieben wurde, ist jedoch bruchstückhaft und bislang noch kaum systematisiert. Daran hat auch die 1992 erschienene Arbeit von Sabine Kyora über Psychoanalyse und Prosa im 20. Jahrhundert nichts geändert, die in eher willkürlich zusammengestellte Einzelkapitel über Joyce, Svevo, Musil, die Surrealisten, Arno Schmidt, Mayröcker und Pynchon zerfällt.[ 32 ]

Erschwert wurden und werden die Untersuchungen dadurch, daß die Selbstaussagen der an dem Beziehungsgeflecht zwischen Literatur und Psychoanalyse Beteiligten oft ungenau, widersprüchlich oder offensichtlich irreführend sind. Sogar bei einem Autor wie Thomas Mann, dessen Auseinandersetzung mit der Psychoanalyse durch einschlägige Arbeiten u.a. von Jean Finck, Hans Wysling und Manfred Dierks[ 33 ] relativ umfassend beschrieben ist, bleiben offene Fragen. Ob er schon vor oder bei der Niederschrift des Tod in Venedig, die eine Vielzahl psychoanalytischer Interpretationen an sich gezogen hat, Freud gelesen hatte, ist ähnlich umstritten wie im Fall von Musils Törleß[ 34 ]. "Was mich betrifft", so erklärte er 1925 in einem Interview für die Zeitung La Stampa, "so ist mindestens eine meiner Arbeiten, die Novelle Der Tod in Venedig, unter dem unmittelbaren Einfluß Freuds entstanden."[ 35 ] Mit guten Gründen hat die Forschung dem Autor diese Aussage nicht geglaubt. Intensiv hat er sich mit der Psychoanalyse erst 1925/26 auseinandergesetzt. Die erste Erwähnung Freuds findet sich in einer Notiz von 1916. Das vermutlich im Sommer 1915 entstandene "Analyse"-Kapitel im Zauberberg belegt jedoch sicher die Lektüre von Freuds Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie von 1905. Daß er sie schon bald nach ihrem Erscheinen gelesen hat, ist durchaus wahrscheinlich. Die frappierenden Parallelen des Tod in Venedig zu Wilhelm Jensens Gradiva legen nahe, daß er nicht nur diesen Roman, sondern auch Freuds 1907 erschienene Schrift darüber gelesen hat. Auch wenn dies nicht der Fall sein sollte, trifft doch Thomas Manns spätere Bemerkung zu, psychoanalytische Fragestellungen und Gedanken hätten um 1910 in der Luft gelegen und man habe von der Psychoanalyse beeinflußt werden können, ohne direkten Kontakt mit ihr zu haben. Ansonsten hob er später selbst hervor, wie sehr er vermittelt über Schopenhauer und Nietzsche mit Freud'schen Denkmodellen vertraut wurde.

Irritierend widersprüchlich erscheinen die Aussagen Alfred Döblins über die Psychoanalyse. Er artikulierte aufgrund seiner naturwissenschaftlich-psychiatrischen Ausbildung und als ärztlicher Praktiker wiederholt sein Unbehagen an den ihm allzu spekulativen Elementen der Psychoanalyse, las indes seit etwa 1919 intensiv in Freuds Schriften und berief sich zu Beginn der zwanziger Jahre in mehreren publizistischen Auseinandersetzungen mit der Psychoanalyse wiederholt zustimmend auf Freud. 1926 pries er Freud in einer Rede zu seinem 70. Geburtstag als einen "Wohltäter der Menschheit", wies jedoch gleichzeitig nachdrücklich alle Prioritätsansprüche der Psychoanalyse gegenüber einer ihr entsprechenden Literatur zurück: "Man hat gesagt: Die Freudsche Tiefenspychologie wird eine Tiefendichtung zur Folge haben, ein kompletter Unsinn. Noch immer hat Dostojewskij vor Freud gelebt, haben Ibsen und Strindberg vor Freud geschrieben. Und wir wissen ja, Freud hat selbst an ihnen gelernt und an ihnen demonstriert."[ 36 ] Ihm persönlich habe Freud "nichts Wunderbares gebracht",[ 37 ] erklärte er ein Jahr darauf, berief sich jedoch später mehrfach auf seine psychoanalytischen Erfahrungen, um die seinem Roman Berlin Alexanderplatz unterstellten Abhängigkeiten von James Joyce zurückzuweisen. Die "Assoziationstechnik" kenne er genauer als Joyce, "nämlich vom lebenden Objekt, von der Psychoanalyse".[ 38 ] Dafür daß sich Döblin selbst in seiner ärztlichen Tätigkeit als praktizierender Psychoanalytiker begriffen und auch so bezeichnet hat, gibt es etliche Belege. In seiner Ende 1921 geschriebenen, im April 1922 veröffentlichten Autobiographischen Skizze schreibt er: "Von meiner seelischen Entwicklung kann ich nichts sagen; da ich selbst Psychoanalyse treibe, weiß ich, wie falsch jede Selbstäußerung ist."[ 39 ] In einem Brief spricht er später von seiner "psychoanalytischen Tätigkeit".[ 40 ] Dazu paßt die (sonst freilich durch andere, auch durch Döblin selbst nicht bestätigte) Mitteilung Robert Minders, Döblin habe schon 1914 bei seinen Patienten die psychoanalytische Methode angewandt und sich 1920 einer Lehranalyse bei Ernst Simmel[ 41 ] unterzogen.[ 42 ]

In den bislang umfassendsten und gründlichsten Ausführungen über Döblins Verhältnis zur Psychoanalyse vertritt Hellmuth Kiesel mit kaum überzeugenden Belegen die These, in den zwanziger Jahren sei Döblins Aufwertung der Religion bzw. Theologie mit entsprechenden Vorbehalten gegenüber der Psychoanalyse verbunden.[ 43 ] Immerhin setzte Döblin sich im Sommer 1930 entschieden und mit Erfolg dafür ein, daß der Frankfurter Goethe-Preis an Freud verliehen wurde.[ 44 ] Gewiß, es gibt in den zahlreichen Äußerungen Döblins über Freud und die Psychoanalyse sehr kritische, ja polemische Bemerkungen, sogar zu Freud selbst. Aber nie beziehen sie sich auf den Religionskritiker. Einer der heftigsten Angriffe Döblins gegen die Person Freud findet sich in einem bislang nicht nachgedruckten, von der Forschung ignorierte Artikel, der im Februar 1939, etwa ein halbes Jahr vor Freuds Tod, in der Pariser Exilzeitschrift Die Zukunft erschien[ 45 ], einem Artikel, der ansonsten jedoch die Psychoanalyse gegen die Dauerkritik aus der Schule von Döblins Lehrer Alfred Hoche in Schutz nimmt. Über Freud, den Döblin sonst eher von seiner Kritik am psychoanlytischen Dogmatismus einiger Schüler ausnahm, heißt es da: "Angriffe, besonders witzige, ironische auf Freud sind zu begrüßen. Er ist von einer aschgrauen Dogmatik und von einer fanatischen Härte und Unerbittlichkeit in der Handhabung seiner Doktrin, daß man von vornherein einer Attacke auf ihn mit dem Ruf `in tyrannos' applaudieren soll. Diktatoren sind nicht nur politisch unerträglich." Doch selbst nach diesem selten scharfen Angriff auf Freud wird dessen Version der Psychoanalyse sehr viel höher eingeschätzt als die Tiefenpsychologie Jungs. Über den "politischen Charakter von Jungs Lehre" heißt es hier: "Jungs komplexe Psychologie deckt im Unbewußten Archetypen auf, allgemeine urtümliche Bilder oder Ideen von Vater, Muttergott, Gott usw. Die 'Mutter Germania', als solches 'Urbild', ist, ein nicht zu unterschätzender Hintergrund der Politik. [...] Von hier bequemer Brückenschlag zur Blu-Bo-Lehre." Obwohl Jung es war, der seiner analytischen Psychologie religiöse Vorstellungen zu inkorporieren versuchte, hat sich der religiöse Döblin, wie auch Kiesel bemerkt, nie auf ihn berufen. Jung sei zwar auch nicht "von Pappe", schrieb Döblin 1957 an Walter Muschg, als er "voll Freude" dessen Essay Freud als Schriftsteller gelesen hatte.[ 46 ] Es scheint jedoch, daß die dubiose Rolle der Jungschen Tiefenpsychologie in der Zeit des Nationalsozialismus von einer intensiveren Annäherung an Jung Abstand nehmen ließ.

Döblins Artikel ist auch in anderer Hinsicht aufschlußreich. Bei aller späteren Ignoranz gegenüber seinem Doktorvater Hoche hat er sich hier mit deutlicher Distanz über ihn geäußert. Der Artikel hat eine psychoanalysekritische Schrift des wohl prominentesten Hoche-Schülers, Oswald Bumke, zum Anlaß. Doch auch Hoche selbst wird an einer Stelle wörtlich zitiert, mit einer Kritik an psychoanalytischen Vorstellungen über den Ödipus-Komplex: "Es ist eine merkwürdige Sache damit. Ich habe mich ehrlich bemüht, in langen Jahren jemanden zu finden, der seine Mutter begehrte und den Wunsch hatte, seinen Vater totzuschlagen. Der Ödipus-Komplex fährt in der Literatur herum wie der Fliegende Holländer auf den Meeren; jeder spricht von ihm, einige glauben an ihn, aber niemand hat in gesehen." Döblin kommentiert das Zitat so: "Hoche und Bumke haben sich nicht `ehrlich bemüht'. Sie haben sofort gelacht und finden nicht mehr mit Anstand aus dem Lachen heraus. Hochmut der Universitätslehrer." Wenn Döblin in dem Artikel weiterhin zeigt, wie sich Bumke in seiner Kritik der psychoanalytischen Konzeption des Unbewußten in blinde Widersprüche verstrickt, dann ist dies auch eine Kritik an Hoche. Ganz im Gegensatz zu diesem nennt Döblin die Beschreibungen der Tätigkeit des Unbewußten "eine Großleistung der Psychoanalyse".

Auf etwas andere Weise zwiespältig ist das Verhältnis Bertolt Brechts zu Freud.[ 47 ] Wenn Brecht 1938 im Kontext der Realismus-Debatten den Ulysses gegen seine Kritiker verteidigte, kann man fast den Eindruck gewinnen, hier argumentiere ein Freudianer gegen Marxisten. Den inneren Monolog im Ulysses verglich er mit dem Monolog eines Patienten in der "Sprechstunde eines Psychoanalytikers": "Eine Kleinbürgerin, morgens im Bett liegend, meditierte. Ihre Gedanken wurden ungeordnet, durcheinander, ineinander überfließend wiedergegeben. Das Kapitel wäre kaum geschrieben worden ohne Freud. Die Vorwürfe, die es seinem Verfasser einbrachte, waren dieselben, die Freud sich seinerzeit zutrug. Es regnete: Pornographie, krankhafte Freude am Schmutz, Überwertung von Vorgängen unterhalb des Nabels, Unmoral und so weiter. Erstaunlicherweise schlossen sich diesem Unsinn auch einige Marxisten an, die ekelerfüllt den Ausdruck Kleinbürger hinzufügten. Als technisches Mittel wurde der innere Monolog ebenfalls abgelehnt, man nannte ihn formalistisch [...] Die Einwände waren so oberflächlich konstruiert, daß man den Eindruck hatte: Wenn Joyce denselben Monolog in die Sprechstunde eines Psychoanalytikers verlegt hätte, wäre alles in Ordnung gewesen."[ 48 ] Als Marxist kritisierte Brecht Freud und die Psychoanalyse gleichwohl wiederholt als symptomatische Erscheinungsformen bürgerlicher Ideologie, die gesellschaftliche Probleme auf individualpsychologische reduziere oder aus dem sozialen Leid der Armen profitiere. Gegen Kriegsende glossierte er in einem seiner Briefe an einen erwachsenen Amerikaner die psychoanalytische Praxis als ein privilegiertes "Vergnügen", "möglichst viel Geld für die eigene Person auszugeben", und bemerkte sarkastisch: "Eine Trumpfkarte der Psychoanalytiker ist, daß die ärmere Bevölkerung ebenfalls eine riesige Anzahl von Neurotikern aufweist. Allerdings verschwinden die Neurosen, höre ich, wenn der Patient eine Anstellung bekommt: Der Psychoanalytiker wird arbeitslos, wenn der Patient Arbeit bekommt."[ 49 ]

Oft verdecken heftige Attacken gegen die Psychoanalyse die eigene Nähe zu ihr. Mehr noch als für Brecht gilt dies für Kraus[ 50 ] und später wohl auch für seinen Bewunderer Canetti[ 49 ], für Hofmannsthal oder vor allem auch für Musil.[ 52 ] "Interessant und lächerlich" nannte Musil in einem Rezensionsentwurf Theodor Reiks Schrift Arthur Schnitzler als Psycholog. "Der Irrtum ist: Gestalten eines Dichters haben keine Seele. Keine kausale. [...] Personen eines Dichtwerks wie lebende Menschen behandeln ist die Naivität eines Affen, der in den Spiegel greift."[ 53 ]

Das Beziehungsgeflecht zwischen Literatur und Psychoanalyse ist nicht angemessen mit Kategorien wie "Wirkung" oder "Rezeption" zu beschreiben, sondern eher als eine dramatische Beziehung, wie sie sich ähnlich in der therapeutischen Analyse konstituiert. Die Psychoanalyse bringt systematisch die Konflikte hervor, die sie theoretisch beschreibt. Sie hat bekanntlich versucht, sich dies in der therapeutischen Szene zunutze zu machen. Die von Trennungs- und Vereinigungswünschen, von Liebe, Haß und Angst, von Bewunderung und Rivalität geprägten Beziehungen zwischen Kindern und Eltern werden in der Interaktion zwischen Analytiker und Analysand systematisch in erkenntnisfördernder Absicht reproduziert, und sie sind nicht von ungefähr auch in die Beziehung zwischen Psychoanalyse und Literatur eingegangen. Denn in der Position eines Analysanden befanden sich die Autoren der literarischen Moderne real oder zumindest potentiell in zweifacher Hinsicht. Daß Freud und seine frühen Schüler sich so intensiv für Literatur und ihre Autoren interessierten, war einerseits als Signal einer Kooperationsbereitschaft zu verstehen, die die Dialogabbrüche zwischen naturwissenschaftlicher (entschieden literaturfeindlicher) Medizin und schöner (ebenso entschieden pathologiefeindlicher) Literatur im 19. Jahrhundert[ 54 ] aufzuheben versprach. Die dafür typische Studie Freuds über Wilhelm Jensens Erzählung Gradiva nannte die Dichter respektvoll "wertvolle Bundesgenossen", "Vorläufer der Wissenschaft und so auch der wissenschaftlichen Psychologie".[ 55 ] Freuds Kooperationsbereitschaft stieß freilich gerade gegenüber der literarischen Moderne, die ihm so viel verdankte, an ihre Grenzen. Wie skeptisch bis ablehnend er ihr gegenüberstand, ist bekannt. Psychopathische Personen auf der Bühne, so der Titel seines 1906 verfaßten Aufsatzes, lehnte er ab, und nicht nur auf der Bühne, sondern in literarischen Texten generell.[ 56 ] Er lehnte damit einen Figurentypus ab, der für die literarische Moderne schlechterdings charakteristisch ist. "Sein persönliches Kunstverständnis", so kommentiert Michael Worbs diesen Sachverhalt, "hinderte ihn, Neurotiker, die spätestens seit dem Fin de siècle so zahlreich in der Literatur zu finden sind und für deren Verständnis er so viel geleistet hat, als literarische Sujets zu akzeptieren."[ 57 ] Das trifft zu, nur die Rede vom "persönlichen Kunstverständnis" Freuds übersieht, daß dieser damit ganz den entschieden pathologiefeindlichen, klassizistischen Normen des programmatischen Realismus im Umkreis vor allem der einflußreichen Grenzboten Julian Schmidts und Gustav Freytags entsprach.[ 58 ] Hofmannsthals Elektra konnte jemand, der diesen Normen verpflichtet war, unmöglich hochschätzen. Freud lehnte das Drama denn auch strikt ab, ansonsten ignorierte er Hofmannsthal weitgehend. Schnitzler mied er hartnäckig, ob wirklich nur aus "Doppelgängerscheu", wie er später schrieb, ist durchaus anzuzweifeln. Den ihn bewundernden Surrealisten mochte er seinerseits wenig Bewunderung entgegenzubringen.

Die literarische Moderne stand der Psychoanalyse Freuds sehr viel näher als er ihr. Freuds Ressentiments gegenüber der literarischen Moderne waren freilich am allerwenigsten ausschlaggebend für die durchaus auch vorhandene Skepsis und Kritik, die deren Repräsentanten, bei allem Respekt, ihrerseits Freud und der Psychoanalyse entgegenbrachten. Diese sind, wie sich an zahlreichen Äußerungen aller Beteiligten zeigen ließe, zum einen eingebettet in Konkurrenzbeziehungen und Prioritätsstreitigkeiten, die, wie innerhalb der Freudschule selbst, auch zwischen Psychoanalytikern und Schriftstellern mit gleicher Interessenrichtung ausgetragen wurden. Bezeichnend dafür ist der folgende Passus aus dem berühmten, so überaus freundlichen Brief, mit dem Sigmund Freud am 14. Mai 1922 Arthur Schnitzler zum 60. Geburtstag gratulierte. Die Passage ist in dem Versuch, Prioritätsstreitigkeiten gar nicht erst aufkommen zu lassen, generös, doch so gut wie alles ist falsch an ihr: "So habe ich den Eindruck gewonnen, daß Sie durch Intuition - eigentlich aber in Folge feiner Selbstwahrnehmung - alles das wissen, was ich in mühseliger Weise an anderen Menschen aufgedeckt habe."[ 59 ] Schnitzler hatte, und Freud war das keinesweg unbekannt, sein psychologisches Wissen keineswegs allein durch Intuition und Selbstbeobachtung erworben. Der Arzt war vielmehr durch dieselbe Wiener medizinische Schule gegangen wie Freud und hatte sich wie er auf dem Gebiet der Nervenkrankheiten spezialisiert, insbesondere auf Hysterie und Neurasthenie, und darüber auch publiziert.[ 60 ] Freud wiederum hatte sein psychoanalytisches Wissen keineswegs nur aus der mühseligen Auseinandersetzung mit anderen Menschen erworben, sondern nachweislich auch aufgrund intensiver, von eigenen Krisen stimulierter Selbstbeobachtung.

Prioritätsstreit und Konkurrenz treten verstärkt in den Fällen auf, in denen auch der Schriftsteller sich auf der Basis seines Medizin- oder Psychologiestudiums und seines Berufs mit der Psychoanalyse auseinandersetzte. Abgesehen von Schnitzler gilt dies besonders für Alfred Döblin oder für Robert Musil, auch für Richard Huelsenbeck oder, weniger dramatisch, für Gottfried Benn. Wichtiger aber scheint mir im Hinblick auf Vorbehalte vieler Autoren des 20. Jahrunderts gegenüber der Psychoanalyse etwas anderes zu sein: ein von der Psychoanalyse systematisch erzeugtes Konfliktpotential. Paradoxerweise resultiert es gerade aus ihrem intensiven Interesse an Literatur. Denn dieses suchte in literarischen Texten nicht nur Anregung oder Bestätigung, der Schriftsteller war ihr nicht nur "Bundesgenosse", die Beziehung zu ihm folgte nicht nur dem Modell der Kooperation, der gegenseitigen Bestätigung oder auch Konkurrenz im gemeinsamen Projekt der Erkundung des Seelenlebens. Freud und seine Schüler entwickelten vielmehr daneben auch eine ganz andere Umgangsform mit Literatur. Sie folgte dem von Michael Rutschky so benannten "Therapiemodell".[ 61 ] Hier legt der Psychoanalytiker den Autor gleichsam auf die Couch, analysiert ihn und seine literarischen Äußerungen und dessen Phantasien wie einen Patienten , sucht hinter ihnen nach einer geheimen Lebensgeschichte, die dem Autor selbst verborgen ist. Freuds Dostojewski-Studie ist hierfür ein Musterbeispiel.

In dem Interesse an der Kunst und am Künstler, das diesem Modell folgt, behauptet der Psychoanalytiker gegenüber dem Autor und seinem Werk von vornherein einen vaterähnlichen Überlegenheitsanspruch, während dem Autor die Rolle eines quasi neurotischen, bewußtseinsmäßig unterlegenen Patienten zugeschrieben wird. Gewiß, es gibt im Umkreis der literarischen Moderne zahllose Beispiele dafür, daß sich Autoren freiwillig als Patienten einer therapeutischen Analyse unterzogen haben. Für viele war dies der Weg, auf dem ihre Rezeption der Psychoanalyse erfolgte. Das Beispiel Rilke, der Freud über Lou Andreas-Salomé kennenlernte, eine psychoanalytische Behandlung erwog, doch dann davon Abstand nahm, weil er fürchtete, mit seiner Neurose auch seine Kreativität zu verlieren, - dieses Beispiel ist nicht ganz so typisch wie oft gesagt wird. Hofmannsthal ließ sich zeitweilig von Wilhelm Fließ behandeln, Erich Mühsam unterzog sich 1907 bei Otto Gross einer Analyse, Hermann Hesse 1916 bei einem Jung-Schüler, nach 1920 bei C.G. Jung selbst. Auch Richard Huelsenbeck, Arnold Zweig, Hermann Broch und sogar einer der heftigsten Kritiker Freuds, Robert Musil, ließen sich psychoanalytisch behandeln. Die meisten von ihnen litten unter schweren Arbeitsstörungen, und manche, so Hesse und Broch, beschrieben ihre Analyse als Befreiung zu neuer Kreativität. Hesse schrieb den Demian, der eine neue Phase seiner literarischen Produktivität einleitete, in der Zeit und unter dem vielfältig nachweisbaren Eindruck seiner Psychotherapie bei J.B. Lang.[ 62 ] Thomas Mann notierte nach der Lektüre mit Bewunderung in sein Tagebuch, "das psychoanalytische Element [sei] darin entschieden geistiger und bedeutender verwendet als im Zauberberg".[ 63 ]

Den produktiven Anstößen der Psychoanalyse steht indes die Bedrohung gegenüber, die von ihr dadurch ausging, daß jeder Autor durch sie, und zwar unfreiwillig und sogar öffentlich, mit seinen Werken zum quasi neurotischen Fall und Untersuchungsobjekt werden konnte. "Ich bin [...] unvermögend mich gegen Interpretationen der vagsten Art zu wehren [...], wenn morgen ein Freudianer meine sämtlichen Arbeiten bis aufs I-Tüpferl als infantil-erotische Halluzinationen 'erkennt'", schrieb Hofmannsthal in einem Brief.[ 64 ] Für Karl Kraus wurde die dem Therapiemodell folgende Kunstinterpretation ein entscheidender Grund zur Distanzierung von der Psychoanalyse, mit der ihn sonst viel verband. Sie war mitgemeint, als er schrieb: "Nervenärzt, die uns das Genie verpathologisieren, soll man mit dessen gesammelten Werken die Schädeldecke einschlagen."[ 65 ] Entsprechend stimmte Döblin 1925 einem konservativen Kritiker der Psychoanalyse zumindest in diesem Punkt zu: "Seine Warnung vor der Analyse der stark Begabten, der Künstler, leuchtet ein. Die Analyse muß sich vor Tölpeleien hüten, und es besteht keine Gewähr dafür, daß sie es tut."[ 66 ]

Schnitzler kritisierte einmal: "Die psychoanalytische Methode biegt ins Unbewußte oft ohne Nötigung, lange ehe sie es dürfte, ein. [...] Sie bildet sich ein, vom Unbewußten des Patienten oder des Opfers mehr zu wissen, als dieser selbst."[ 67 ] Besonders wenn Psychoanalytiker behaupteten, vom Unbewußten der Autoren mehr zu wissen als diese selbst, reagierten die Analysierten empfindlich. Die Beziehung zwischen literarischer Moderne und Psychoanalyse ist nicht angemessen mit Kategorien wie "Einfluß" oder "Wirkung" zu beschreiben, sondern als ein Interaktionsdrama, das durch starke Rivalitäten, Prioritätsansprüche, aber auch gegenseitigen Respekt gekennzeichnet ist. Psychoanalyse und literarische Moderne reagierten gleichzeitig und in wechselseitiger Abhängigkeit auf gravierende Identitätsprobleme des modernen Subjekts angesichts heterogener, vom Ich zunehmend schwer zu intergrierender Ansprüche der sozialen Umwelt und der eigenen Natur in hochkomplexen, stark ausdifferenzierten Gesellschaften.[ 68 ] Psychoanalyse und Literatur kooperieren und konkurrieren dabei miteinander.

Ein Forschungsprojekt mit dem Anspruch, dieses Kooperations- und Konkurrenzverhältnis genauer zu untersuchen, muß zunächst auf der Basis einer umfassenden Materialsammlung Auskunft geben über die Art und Intensität, mit der Autoren der Moderne verschiedene Versionen (Freud, Jung, Adler, Gross u.a.) und Bereiche (Ätiologie, Diagnostik, Therapeutik; metapsychologische Instanzenmodelle, Sprach- und Symboltheorie, Kulturtheorie usw.) der Psychoanalyse rezipierten - in ihrem Medizinstudium (u.a. Döblin, Benn, Huelsenbeck), als Patient (u.a. Hesse, Musil, Broch), in Bekanntschaften, Freundschaften (etwa zwischen Freud und Lou Andreas-Salomé oder Stefan Zweig, der bei dessen Beerdigung eine Ansprache hielt) oder auch Briefwechseln (etwa zwischen Freud und Arnold Zweig), vermittelt über "Vordenker" wie Schopenhauer und Nietzsche (z.B. bei Thomas Mann), in der eigenen Lektüre bestimmter Schriften oder aus zweiter Hand (Zeitungs- und Zeitschriftenartikel, Gespräche usw.).

Neben einer auf einzelne Autoren konzentrierten Recherche ist die Kenntnis über das Ausmaß und die Art der Psychoanalyserezeption in literarischen Verlagen und Zeitschriften sowie in damals wichtigen Zeitungsfeuilletons wichtig. Über die Texte hinaus, in denen ausdrücklich von "Psychoanalyse" die Rede ist, sind dabei solche mit zu berücksichtigen, die u.a. folgende Indikatoren für eine Psychoanalyserezeption aufweisen: namentliche oder anspielende Nennungen von Psychoanalytikern, Zitate oder Paraphrasen von Titeln und Passagen psychoanalytischer Schriften, Verwendung psychoanalysespezifischer Begriffe, Rekurs auf psychoanalysetypische Argumentationsmuster. Die autoren- wie die medienbezogenen Untersuchungen zur kulturellen Verbreitung und Adaption psychoanalytischen Wissens kann dabei vielleicht auch exemplarische Einsichten in die unterschiedlichen Kanäle kultureller Wissensvermittlung eröffnen.

Zu zeigen ist vor allem aber, wie psychoanalytisches Wissen in die Figurenkonzeption, die Themen und Motive sowie in die Handlungskonstellationen, in die Formen und und in die Sprache literarischer Texte transformiert wird. Eine einfache, doch variationsreich gehandhabte Technik literarischer Verarbeitung psychoanalytischen Wissens besteht darin, es zu personifizieren, also Repräsentanten dieses Wissens (vor allem Ärzte, Psychiater, Psychoanalytiker) als literarische Figuren auftreten und sprechen zu lassen. Im Zauberberg ist Dr. Krokowski eine solche Figur.[ 69 ] In Berlin Alexanderplatz erscheint einigen jungen, offensichtlich psychoanalytisch orientierten Ärzten das Leiden Franz Biberkopfs als "krankhafter Zustand von Hemmung und Gebundenheit, den eine Analyse schon klären würde".[ 70 ] Namentlich oder verschlüsselt taucht Otto Gross in zahlreichen Erzähltexten und literarisierten Erinnerungen auf: als Doktor Askonas in Max Brods Das große Wagnis, Dr. Gebhart in Franz Werfels Barbara oder Die Frömmigkeit, Dr. Kreuz in Leonhard Franks Links wo das Herz ist, Dr. Hoch in Johannes R. Bechers Abschied, Dr. Othmar in Karl Ottens Wurzeln. Franz Jung stellte ihn unverschlüsselt in den Mittelpunkt seines Romans Sophie und gedachte seiner ausführlich in der Autobiographie Der Weg nach unten.

Otto Gross, den der einflußreiche Vater im November 1913 mit Hilfe der Berliner Polizei verhaften und in die Anstalt verschleppen ließ, bot den literarischen Zeitgenossen ein anschauliches Exempel für jene ödipalen Figurenkonstellationen, an deren Beschreibung sich Psychoanalyse und Literatur gleichermaßen und in wechselseitigem Interesse füreinander immer wieder versuchten. Ob beispielsweise Hanns Sachs, als er 1917 der ödipalen Konstellation in Walter Hasenclevers Drama Der Sohn nachspürte[ 71 ], etwas aufdeckte, was der expressionistische Autor ganz bewußt und mit psychoanalytischem Wissen oder eher intuitiv oder gar unbewußt konzipiert hatte, ist wie in vielen vergleichbaren Fällen (etwa Musils Törleß oder Kafkas Das Urteil) genauer zu klären. Nicht immer werden in der literarischen Ausgestaltung ödipaler Beziehungen die Zeichen einer Psychoanalyserezeption so deutlich gesetzt wie in Franz Werfels Novelle Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig, in der der Protagonist in einem Brief an den Staatsanwalt den Fall eines Vatermordes, der mit der eigenen Lebensgeschichte eng verwoben ist, mit den Sätzen kommentiert: "Jeder Sohn aber tötet mit Ödipus den Laios, seinen Vater, unwissend und wissend den fremden Greis, der ihm den Weg vertritt."[ 72 ]

Werfels Novelle ist weiterhin typisch für viele psychoanalytisch inspirierte Darstellungen und Motivierungen kriminellen Verhaltens sowie für die Beliebtheit von literarischen Motiven unbewußter und dadurch das Verhalten der Figuren umso wirksamer prägender Kindheitstraumata. Schon vor Werfel hatte sich Leonhard Frank in seiner psychiatrie- und justizkritschen Erzählung Die Ursache entsprechender Wissenselemente der Psychoanalyse ausdrücklich bedient. Der des Mordes an seinem Lehrer angeklagte Protagonist erklärt hier, in weitgehender Übereinstimmung mit der Perspektive des Textes, vor Gericht: "Furchtbar ist das Vergessen. Denn alle bösen Erlebnisse leben, ohne daß es das Kind weiß, in ihm weiter, werden mit ihm groß, bestimmen alle seine Handlungen... Wenn ich nicht vergessen hätte, was mir in dem Hohlweg geschehen ist, würde ich vielleicht ein ganz anderer Mensch geworden sein." Nach dem Todesurteil kommentiert ein "Psychologieprofessor" diese Argumentation mit den Sätzen: "Diese Theorie der vergessenen Kindheitserlebnisse ist eine erst vor wenigen Jahren aufgekommene neue Richtung. Modernste Seelenanalyse. Ungreifbar wie Luft, verstehen Sie, nach allen Seiten hin zu drehen."[ 73 ]

In der Konfrontation mit den damals dominanten Ausprägungen der Psychologie, Psychiatrie und Justiz bilden Literatur und Psychoanalyse nach 1900 zumeist eine Allianz.[ 74 ] Zumindest eine Interessengemeinschaft bilden sie auch im Hinblick auf Außerungsformen des Unbewußten (Nacht- und Tagträume, individuelle Wahn- oder kollektive Phantasiebildungen, Fehlleistungen oder Symtpombildungen), sexuelles Handeln und Begehren, pathologische Konflikte und Befindlichkeiten[ 75 ] (u.a. Angstneurose und Hysterie[ 76 ]), Konstruktionen von Männlichkeit und Weiblichkeit[ 77 ] oder auch psychische Bedingungen literarischer und künstlerischer Kreativität.

Die psychoanalytische und literarische Entfaltung dieser gleichgerichteten Interessen ist vielfach eingebettet in Beschreibungen eines leidvollen Kampfes, dessen Schauplatz die menschliche Psyche ist. Was sich im Protagonisten von Wilhelm Jensens Gradiva "abspielt", beschreibt Freud, zur Bestätigung für die Gleichartigkeit psychoanalytischer und literarischer Perspektiven, als "ein Kampf zwischen der Macht der Erotik und den sie verdrängenden Kräften; was sich von diesem Kampf äußert, ist ein Wahn."[ 78 ] Die Metaphorik des Kampfes, die die angstbesetzte Seele des modernen Subjekts als eine Art Schlachtfeld erscheinen läßt, prägt die Bildlichkeit und die Handlungsstruktur von Thomas Manns Der Tod in Venedig ebenso wie schon vorher die von Robert Musils Törleß oder von Alfred Döblins frühen Erzählungen. Mehr oder weniger ausgeprägt ist sie jedoch in allen bereits angeführten Texten präsent. Im "Analyse"-Kapitel des Zauberberg illustriert Dr. Krokowski, der "selbst in seiner Person den Kampf zwischen Keuschheit und Leidenschaft zu versinbildlichen" scheint, in der Metaphorik des Kampfes einige Basiselemente psychoanalytischer Theorie und liefert damit zugleich, trotz der Distanz, die der Erzähler ihm gegenüber erkennen läßt, eine durchaus gültige Interpretation der pathogenen Dispositionen der Zauberberg-Gesellschaft. Der "Kampf" zwischen zwei "Kräftegruppen", dem "Liebesdrange" und dessen "gegnerischen Impulsen, unter denen Scham und Ekel besonders zu nennen seien", werde "in den Untergründen der Seele geführt" und verhindere "jene Einfriedung, Sicherung und Sittigung der irrenden Triebe, die zur üblichen Harmonie, zum vorschriftsmäßigen Liebesleben führe." Der "Widerstreit" ende nur mit einem "Schein- und Pyrrhussieg" der Keuschheit; denn die "unterdrückte Liebe" erscheine wieder, wenn auch in verwandelter Form, nämlich in "Gestalt der Krankheit".[ 79 ]

Solche Metaphern des Kampfes und des Krieges lesen sich wie Bestätigungen jener These von Norbert Elias, die den Prozeß der Zivilisation als eine Verlagerung alter Kriegsschauplätze zwischen den Menschen ins Innere des zivilisierten Subjekts selbst begreift. Die furchterregenden "körperlichen Auseinandersetzungen, die Kriege und Fehden verringern sich [...]. Aber der Kriegsschauplatz wird zugleich in gewissem Sinne nach innen verlegt. Ein Teil der Spannungen und Leidenschaften, die ehemals unmittelbar im Kampf zwischen Mensch und Mensch zum Austrag kamen, muß nun der Mensch in sich selbst bewältigen."[ 80 ] Das zivilisierte Subjekt sieht sich nach Elias im immer dichter und komplexer gewordenen Geflecht sozialer Beziehungen und wechselseitiger Abhängigkeiten zunehmend genötigt, eine die Folgen des eigenen Handelns vorausbedenkenden Rationalität zu entwickeln und spontane Bedürfnisse langfristigen Planungen unterzuordnen. Diese soziale Nötigung hat es zu einer Art "Selbstzwang-Apparatur" verinnerlicht. Sie kommt der gegenseitigen Berechenbarkeit, Gefahrlosigkeit und ökonomischen Effektivität sozialer Interaktionen zugute, ist jedoch mit Leiden an neuen Ängsten und an unausgelebten Triebwünschen verbunden. Die hochgradig konfliktbelastete Konstitution des modernen Subjekts, die Elias als "Prozeß der Zivilisation" beschrieb, vor ihm Nietzsche als "Genealogie der Moral", Max Weber als "protestantische Ethik" und "Geist des Kapitalismus" oder Freud als "Kulturprozeß", nach ihm Horkheimer und Adorno als "Dialektik der Aufklärung" oder Jacques Lacan als Eintritt in die "symbolische Ordnung" der Sprache, ist zugleich auch permanenter Problemstoff der literarischen Moderne. Die Parteinahmen in den Beschreibungen der ins Innere des Subjekts verlegten Kämpfe fallen sowohl innnerhalb der psychoanalytischen als auch innerhalb der literarischen Gruppierungen sehr unterschiedlich aus und bleiben in ihren Divergenzen noch genauer zu untersuchen. Moral- und rationalitätskritische Appelle zur Befreiung libidinöser oder unbewußter Energien konkurrieren mit aufklärerischen Programmen zur befriedenden Aufhebung der Gegensätze durch die integrative Kraft der Selbstreflexion.

In den Formen, mit denen die Kämpfe geschildert werden, haben sich Literatur und Psychoanalyse partiell einander angeglichen. Döblin, der die erkenntnisfördernde Kraft der Literatur immer höher wertete als die der Wissenschaft, schätzte die Psychoanalyse Freuds seit den zwanziger Jahren vor allem deshalb, weil sie sich literarischen Darstellungsformen stark angenähert hatte. Mit großer Genugtuung zitiert er in seiner Rede zu Freuds Geburtstag dessen mittlerweile berühmt gewordene Bemerkung: "Ich bin nicht immer Psychotherapeut gewesen, sondern bin bei Lokaldiagnosen und Elektrodiagnostik erzogen worden, und es berührt mich selbst eigentümlich, daß die Krankengeschichten, die ich schreibe, wie Novellen zu lesen sind und daß sie sozusagen des ernsten Gepräges der Wissenschaftlichkeit entbehren. [...] Lokaldiagnostik und elektrische Reaktion kommen bei dem Studium der Hysterie eben nicht zur Geltung, während eine eingehende Darstellung der seelischen Vorgänge, wie man sie vom Dichter zu erhalten gewöhnt ist, mir gestattet, doch eine Art von Einsicht in den Hergang des Leidens zu gewinnen." Döblin fügt dem Zitat die Bemerkung hinzu: "So spricht einer, der etwas weiß."[ 81 ] Er selbst wußte, welches Anregungspotential die Psychoanalyse ihrerseits für innovative Entwicklungen literarischer Formen bot, als er die "Assoziationstechnik" in Berlin Alexanderplatz auf seine psychoanalytischen Erfahrungen zurückführte[ 82 ] oder als er die Erinnerungstechnik in Hamlet oder Die lange Nacht nimmt ein Ende mit dem Satz kommentierte: "Es wurde eine Art psychoanalytischer Roman".[ 83 ] Die Möglichkeiten zur literarische Simulation von psychoanalytisch beschriebenen Mechanismen der Traumarbeit und der freien Assoziation hatte, ähnlich wie Brecht in seiner Verteidigung des Inneren Monologs und des Ulysses gegen marxistische Formalismusverdikte[ 84 ], auch Ernst Weiß im Blick, als er über Italo Svevos Roman Zeno Cosini (1929) schrieb: "Jede einigermaßen intensive Beschäftigung mit dem eigenen Ich wird seit einigen Jahren unter dem Sammelbegriff Psychoanalyse zusammengefaßt. Svevo war einer von denen, die den großen literarischen Wert dieser Methode erkannten und es ist anzunehmen, daß Joyce ihm den ersten Hinweis darauf verdankt."[ 85 ]

Die literaturwissenschaftliche Forschung zur Psychoanalyse in der literarischen Moderne hat sich freilich bislang sehr viel stärker mit inhaltlichen als mit poetologischen Aspekten der literarischen Psychaonalyserezeption befaßt. Sie hat, wie Sabine Kyora unlängst konstatierte, "den Aspekt, den der Zusammenhang von Psychoanalyse und Prosastrukturen bildet, bisher vernachlässigt. Zwar existieren zu einzelnen Schriftstellern Arbeiten, die sich mit ihrer Rezeption der Psychoanalyse beschäftigen. Meistens beschränken sie sich jedoch darauf herauszufinden, was die Schriftsteller gelesen und an welchen Stellen sie die Psychoanalyse als Material verwandt haben. [...] Die bloße Quellen- und Materialforschung kann nur der erste Schritt sein."[ 86 ]

Die Poetizität oder Ästhetizität literarischer Texte zu akzentuieren muß nicht heißen, die Bedeutung psychoanalytischen Wissens für sie zurückzuweisen. Dennoch sind für Forschungen über die Beziehung zwischen Psychoanalyse und Literatur in jeder Hinsicht die grundsätzlichen Differenzen zwischen beiden zu beachten. Dichtung, so notierte Robert Musil, "ist etwas anderes als Psychologie, so wie eben Dichtung etwas anderes als Wissenschaft ist [...]. Die Unterscheidung selbst ist einfach: Dichtung vermittelt nicht Wissen und Erkenntnis./ Aber: Dichtung benutzt Wissen u. Erkenntnis."[ 87 ] Auch da, wo literarisch erzählte Geschichten über psychische Krankheiten im Bemühen um wissenschaftlich abgesicherte Wahrscheinlichkeit das psychiatrische oder psychoanalytische Wissen ihrer Zeit kenntnisreich in sich aufgenommen haben, folgen sie, wie Walter Müller-Seidel in einem Aufsatz über Moderne Literatur und Medizin im literarischen Werk Arthur Schnitzlers gegenüber psychoanalytischen Deutungen zu bedenken gibt, anderen Intentionen als medizinische Diagnosen und Fallbeschreibungen. "Der Fall des Fräulein Else wird zur Fallstudie psychoanalytischer Deutungen gemacht. Dabei werden eine Reihe von Diagnosen ermittelt: Exhibitionismus, Narzißmus, ödipale Konflikte oder Hysterie. Als hätte Schnitzler die Erzählung lediglich geschrieben, damit man an ihr Diagnosen ausprobiert! [...] Als Schriftsteller ist Schnitzler weit mehr an dem interessiert, was sich dem Begriffsapparat der Diagnostik entzieht."[ 88 ] Schnitzler kritisierte zwar die "bizarre Krankengeschichte" in Franz Werfels Drama Schweiger, die "den medizinischen Erfahrungen der Psychopathologie in keiner Weise" entspreche, und er argumentierte: "Auch das Pathologische hat seine Gesetze. Es war nicht notwendig, einen total unmöglichen Krankheitsfall zu erfinden."[ 89 ] Dennoch sind seine eigenen Krankengeschichten bei aller psychopathologischen Glaubwürdigkeit stets mehr als solche, nämlich Teile von literarischen Konstrukten mit eigenen Ansprüchen, Absichten, Wirkungen und Funktionen.[ 90 ] "Die Berücksichtigung der literarischen Organisation des Wissens zeigt", so formuliert es Horst Thomé, "daß akzeptierte psychologische und psychopathologische Annahmen nach spezifisch literarischen Intentionen selegiert und modelliert werden".[ 91 ] In diesem Sinne ist auch die sich zuweilen bis zur offenen Aggression gegen die "Pseudodichter" Freud, Jung oder auch Adler[ 92 ] steigernde Einschränkung zu verstehen, mit der Musil seinen Respekt vor der Literaturnähe psychologischer Forschungsbeiträge versah. Es gebe, so notierte er, "psychologische Arbeiten, die wie Dichtungen sind. Es sind Beschreibungen pathologischer Seelenabläufe, die von einer wunderbaren Eindringlichkeit u. so stark gleichnishaft ... sind, daß der Zusatz von Deutung, der große Dichtung aus ihnen machen würde, kaum entbehrt wird."[ 93 ] Was immer mit "Zusatz von Deutung" gemeint sein mag: Die Unterschiede zwischen Literatur und Psychoanalyse, trotz aller gegenseitigen Annäherungen, darf auch der literaturwissenschaftliche Blick auf sie nicht ignorieren. Der Literaturwissenschaftler bedarf, auch um diese Differenzen überhaupt zu erkennen, des psychoanalytischen Wissens, das literarische Texte der Moderne in sich aufgenommen haben und zu ihrem 'adäquaten' Verständis vielfach voraussetzen. Er bedarf zugleich aber auch des historischen, theoretischen und methodologischen Abstandes zu diesem Wissen, um sich nicht selbst in jenes Beziehungsdrama von Unterlegenheitsängsten und Überlegenheitsansprüchen zu verstricken, das für das Verhältnis von Psychoanalyse und literarischer Moderne kennzeichnend ist. Weder das in der Literaturwissenschaft nach wie vor verbreitete Ressentiment gegenüber der Psychoanalyse noch die gläubige Identifikation mit ihr, die dazu neigt, die partielle Distanz der literarischen Moderne zu ihr als sachlich nicht weiter ernstzunehmenden, doch für die Psyche der Autoren umso aufschlußreicheren "Widerstand" zu interpretieren, waren eine gute Voraussetzung für literaturwissenschaftliche Forschungen über die Psychoanalyse in der literarischen Moderne.

 

Zum Literaturverzeichnis

 

Endnoten:

[ 1 ] "Psychoanalyse in der literarischen Moderne (1910-1933)" ist der Titel eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft seit März 1995 geförderten Projekts, das ich an der Universität Bamberg durchführe. Ziel ist eine monographische Darstellung des Themas mit einem umfassenden biobibliograpischen und dokumentarischen Anhang. Der Mitarbeiterin an dem Projekt, Christine Kanz, danke ich für die bibliographischen Vorarbeiten, die in den Forschungsbericht eingegangen sind.
[ 2 ] Vgl. R. Marx u. R. Wild: Psychoanalyse. 1984. - W. Schönau: Die Konturen. 1988, S. 813-826. Vgl. weiterhin den Überblick und die Literaturhinweise in dem Kapitel "Zur Geschichte der deutschen psychoanalytischen Literaturwissenschaft" in W. Schönau: Einführung. 1991, S. 128-140.
[ 3 ] J. Pfeiffer: Literaturpsychologie 1945-1987. 1989. - Ders.: Literaturpsychologie 1987-1990. 1991. - Ders.: Literaturpsychologie 1990-1992. 1994.
[ 4 ] Zu den sich daraus ergebenden Problemen für psychoanalytisch orientierte Interpretationen von Texten aus dem Umkreis der Moderne vgl. Th. Anz: Psychoanalyse. 1995. In den Aufsatz ist bereits ein Teil dieses Forschungsberichts eingegangen.
[ 5 ] E. Jolowicz: Expressionismus. 1920. S. 191.
[ 6 ] B. Urban: Franz Werfel. 1973.
[ 7 ] M. Worbs: Nervenkunst. 1983.
[ 8 ] Mein Beitrag konzentriert sich daher stärker auf die Zeit nach 1910.
[ 9 ] H. Thomé: Autonomes Ich. 1993.
[ 10 ] J. Cremerius: Gerhart Hauptmann. 1973. - Ders.: Arnold Zweig. 1973. - Ders.: Sigmund Freud. 1973. - Ders.: Stefan Zweigs Beziehung. 1975. - Ders.: Robert Musil. 1979.- Ders.: Schuld und Sühne. 1988. - Einen zusammenfassenden Überblick enthält ders.: Der Einfluß. 1987.
[ 11 ] J. Michaels: Anarchy and eros. 1983. - Siehe auch die reichhaltigen Hinweise in der grundlegenden Lebens- und Werkdarstellung von E. Hurwitz: Otto Gross. 1979. Vgl. weiterhin G. Zanasi: Il caso Gross. 1993.
[ 12 ] Vgl. das Register in R. Sheppard (Hg.): Die Schriften. 1980 u. 1983.
[ 13 ] H. Binder: Motiv. 1966; hier das Kap. "Kafka und die Psychoanalyse" (S. 92-114) u. der Abschnitt "Verhältnis zu Freud" (S. 368-372). - Th. Anz: Franz Kafka. 1989; hier vor allem S. 32-38.- Siehe auch Th. Anz (Anm. 16).
[ 14 ] Siehe vor allem G. Bose u. E. Brinkmann (Hg.): Grosz/Jung/Grosz. 1980. U.a. ist hier aus dem Nachlaß Jungs das Manuskript Dr. med. Otto Gross. Von geschlechtlicher Not zur sozialen Katastrophe (S. 101-155) abgedruckt.
[ 15 ] M. Glaubrecht: Studien. 1965.
[ 16 ] Th. Anz: Jemand mußte Otto G. 1984.
[ 17 ] A. Mitzman: Anarchism. 1977.
[ 18 ] R. Sheppard: Richard Huelsenbeck. 1985.
[ 19 ] Vgl. inzwischen K. H. Kiefer: Diskurswandel. 1994, S. 434ff.
[ 20 ] J. Cremerius: Kurt Tucholsky. 1975.
[ 21 ] J. Cremerius: Gerhart Hauptmann. 1973. - K.S. Guthke: Hauptmann und Freud. 1979.
[ 22 ] E. Pfeiffer: Rilke. 1976.- H.-D. Schmidt: Rilkes Arbeiterbrief. 1978.
[ 23 ] S. Freud, L. Andreas-Salomé: Briefwechsel. 1966. - P. Roazen: A curious triangle. 1969. - R.-M. Gropp: Lou Andreas-Salomé. 1988. - U. Welsch u. M. Wiesner: Lou Andreas-Salomé. 1988. - I. Stephan: Grenzgängerin. 1992
[ 24 ] H. Binder (Hg.): Kafka-Handbuch. Bd. 1. 1970, S. 410-414. - G. Kurz: Traum-Schrecken. 1980; hier das Kapitel "Nietzsche, Freud und Kafka" (S. 27-43). - H. Anz: Umwege. 1981. Siehe auch die in Anm. 13 angeführten Arbeiten. Wie sehr besonders auch in der Kafka-Forschung Aussagen über die Rezeption psychoanalytischen Wissens durch einen Autor mit psychoanalytischen Interpretationen seiner Werke auf methodisch diffuse Weise vermischt wurden, geht hervor aus dem Überblick über "Psychologische Deutungen" in P. U. Beicken: Franz Kafka. 1974, S.193-213.
[ 25 ] Siehe vor allem H. Kiesel: Literarische Trauerarbeit. 1986, S. 57-81 und 224-229. - Weiterhin R. Minder: Hommage. 1957. - W. Düsing: Erinnerung. 1982, S. 103-242. - W. Schäffner: Der Krieg. 1991. - R. Minder: Marxismus. 1992. - G. Reuchlein: "Man lerne". 1992. - B. Widdig: Männerbünde. 1992. - B. Baumann-Eisenack: Der Mythos. 1992.- W. Schäffner: Die Ordnung. 1995, v.a. S. 273-276, S. 361-365 u. S. 371-374. Zum Verhältnis von Dichtung und Medizin bei Döblin: U. Flotmann: Über die Bedeutung. 1976. - H. Neumann: Leben. 1982.
[ 26 ] Th. Mann: Freud. 1991. - Aus der mittlerweile umfangreichen Forschung zu dem Thema hier nur eine Auswahl: W. F. Michael: Thomas Mann. 1950. - J. Crick: Psychoanalytical elements. 1960. - Ders.: Thomas Mann. 1960. - H. Lehnert: Thomas Manns Vorstudien. 1963. - J. Schulze: Traumdeutung. 1968. - M. Dierks: Thomas Manns psychoanalytischer Priester. 1968. - H. Lehmann: Sigmund Freud. 1970. - M. Dierks: Studien. 1972. - J. Finck: Thomas Mann. 1973. - A. Bécade u. G. Hummel: Thomas Mann et Freud. 1978. - H. Wysling: Narzißmus. 1982, S. 223-238 (weithin textidentisch mit H. Wysling: Thomas Manns Rezeption. 1983.) - N. P. Straus: Why must everything seem? 1987. - M. Dierks: Thomas Mann. 1989. - H. Slochower: Thomas Mann's 'Death in Venice'. 1989. - M. Dierks: Der Wahn. 1990. - Ders.: Traumzeit. 1991.
[ 27 ] S. Freud, A. Zweig: Briefwechsel. 1968 - W. Schönau: Vater Freud. 1970. - J. Cremerius: Arnold Zweig. 1973. - .H. Kähler: Der Dichter. 1987.
[ 28 ] H. Lehmann: Freud, Zweig und biography. 1963. - J. Cremerius: Stefan Zweigs Beziehung. 1975. - D. S. Werman: Stefan Zweig 1979. - J. P. Strelka: Psychoanalytische Ideen. 1982. - J. F. Berlin, H.-U. Linken und D. Prater: Stefan Zweig. 1987.
[ 29 ] B. Hoellen: Hugo Ball und die Psychoanalyse. 1990. - Ders.: Man muß sich verlieren. 1991.
[ 30 ] C. Pietzcker: Brechts Verhältnis. 1983.
[ 31 ] P. M. Lützeler: Hermann Broch. 1985; hier besonders S.102f. und 159.
[ 32 ] S. Kyora: Psychoanalyse und Prosa. 1992.
[ 33 ] Siehe Anm. 24.
[ 34 ] Zu Musils Beziehung zur Psychoanalyse siehe vor allem K. Corino: Ödipus. 1973. Weiterhin H. Goldgar: The Square Root. 1965. - A. Reniers: Törleß. 1970. - E. von Büren: Zur Bedeutung. 1970. - J. Magnou: 'Törleß'. 1977. - M. Luserke: Psychologie und Musil. 1979. - J. Cremerius: Robert Musil. 1979. - P. Henninger: Der Buchstabe. 1980. - H. Böhme: Der Mangel. 1980. - J. Magnou: Zwischen Mach und Freud. 1981. - L. Martens: Musil und Freud. 1987. - L. Hoffmann: Hinter verschlossenen Türen. 1989. - H.-R. Schärer: Narzißmus. 1990. - C. Monti: La letteratura. 1990. - S. Kyora: Psychoanalyse und Prosa. 1992, S. 162-238.
[ 35 ] Th. Mann: Freud und die Psychoanalyse. 1991, S. 21.
[ 36 ] A. Döblin: Sigmund Freud. 1962, S. 87.
[ 37 ] Ders.: Schriften. 1986, S. 93.
[ 38 ] Ders.: Briefe. 1970, S. 377.
[ 39 ] Ders.: Schriften. 1986. S.37.
[ 40 ] Ders.: Briefe. 1970, S. 165.
[ 41 ] Siehe den über Döblins Rezeption der Psychoanalyse gut informierenden Kommentar Erich Kleinschmidts zu A. Döblin: Schriften. 1986: "Simmel, Dr. med., war durch eine Arbeit über 'Kriegsneurosen und psychische Traumata'(München 1918) hervorgetreten. Seit 1920 leitete er das Berliner Psychoanalytische Institut mit. 1926 war er Präsident des Vereins Sozialistischer Ärzte, dem Döblin ebenfalls angehörte". (S. 564) Zu Simmel und zum Stellenwert seiner Schrift über Kriegstraumata in Döblins Hamlet-Roman siehe W. Schäffner: Der Krieg. 1991.
[ 42 ] R. Minder: Hommage à Alfred Döblin. 1957, S. 8 (mit falscher Nennung des Vornamens von Simmel). "Lehranalyse" bedeutete damals freilich anderes als heute. Freuds Schüler absolvierten sie zum Teil auf gemeinsamen Spaziergängen. Dies geht z.B. aus Briefen hervor, in denen Freud die Lehranalyse Max Eitingons schildert: "Eitingon ist hier, geht zweimal in der Woche mit mir nach dem Nachtmahl spazieren und läßt sich dabei analysieren."(Freud am 22. Oktober 1909 an Ferenczi, zit. bei M. Balint: Analytische Ausbildung. 1953, S. 334.
[ 43 ] H. Kiesel: Literarische Trauerarbeit. 1986, S. 74ff.
[ 44 ] Siehe A. Döblin: Briefe. 1970, S. 162f. Über Döblins Rolle bei den Auseinandersetzungen um den Preisträger informiert Th. Plänkers: Goethe contra Freud? 1990.
[ 45 ] A. Döblin: Die Psychoanalyse. 1939.
[ 46 ] Ders.: Briefe. 1970, S. 488.
[ 47 ] Siehe C. Pietzcker: Brechts Verhältnis. 1983.
[ 48 ] B. Brecht: Werke. 1993. Bd. 22 (Schriften 2, Teil I), S. 441.
[ 49 ] Ebd., Bd. 23 (Schriften 3), S. 47.
[ 50 ] Neben M. Worbs: Nervenkunst. 1988, S. 148-177, siehe E. Hartl: Karl Kraus. 1977. - Th. Szasz: Karl Kraus. 1977. - A. Waldvogel: Karl Kraus. 1990. - E. Timms: Zauberer. 1992.
[ 51 ] Siehe L. Hennighaus: Tod und Verwandlung. 1984. - Ders.: Canetti und Freud. 1985.
[ 52 ] Vgl. J. Cremerius: Robert Musil. 1979.
[ 53 ] Aus dem Nachlaß zitiert bei K. Corino: Ödipus. 1973, S. 125.
[ 54 ] Vgl. Th. Anz: Gesund oder krank? 1989, S. 3ff.
[ 55 ] S. Freud: Der Wahn. 1973, S. 90 und 121.
[ 56 ] S. Freud: Psychopathische Personen. 1906.
[ 57 ] M. Worbs: Nervenkunst. 1988, S. 98.
[ 58 ] Siehe Th. Anz: Gesund oder krank? 1989, S. 47 und 192.
[ 59 ] S. Freud: Briefe. 1955, S. 97 (Brief vom 14. Mai 1922).
[ 60 ] Siehe auch A. Schnitzler: Medizinische Schriften. 1991; hier vor allem auch das Vorwort des Herausgebers H. Thomé. Zum Thema Schnitzler und Freud s. neben den einschlägigen Kapiteln in M. Worbs: Nervenkunst. 1988, S. 179-258, und in H. Thome: Autonomes Ich. 1993, S. 598-722, die Zusammenfassung und weitere Hinweise auf ältere Forschungsbeiträge in M.L. Perlmann: Arthur Schnitzler. 1987, S. 21f. u. 27f.
[ 61 ] M. Rutschky: Lektüre der Seele. 1981.
[ 62 ] Über Hesse und die Psychoanalyse, die vor allem in der Version C.G. Jungs ausgiebig in Demian, in Der Steppenwolf, Narziß und Goldmund und anderen Werken verarbeitet wurde, vgl. neben der genannten Schrift von Cremerius (s. Anm. 9) die Arbeiten von S. Debruge: L'oeuvre. 1952. - M. Dahrendorf: Hermann Hesses. 1958. - B. Nelson: Hesse and Jung. 1963. - M. Serrano : C.G. Jung and H. Hesse. 1972. - B. Knapp: Abraxas. 1986. - G. Baumann: Hermann Hesses Erzählungen. 1989. - J. Martin: Freud et Hesse. 1990.
[ 63 ] Notiz vom 30./31.5.1919 in Th. Mann: Briefe. 1961, S. 175.
[ 64 ] Zit. nach B. Urban (Hg.): Hofmannsthal. 1978, S. 120.
[ 65 ] K. Kraus: Die Fackel Nr. 256 (5. Juni 1908), S. 21.
[ 66 ] A. Döblin: Soll man die Psychoanalyse verbieten? 1966, S. 44f.
[ 67 ] A. Schnitzler: Über Psychoanalyse. 1976, S. 282.
[ 68 ] Zur integrativen Funktion individueller Ich-Identität im gesellschaftlichen Modernisierungsprozeß siehe das erhellende Kapitel "Soziale Ordnung und individuelle Autonomie" in R. Münch: Theorie des Handelns. 1982, S. 281-426. Vgl. auch die Überlegungen zur Konstitution des Subjekts in der modernen Gesellschaft bei H. Thomé: Autonomes Ich. 1993, S. 12f.
[ 69 ] Vgl. M. Dierks: Psychoanalytischer Priester. 1969.
[ 70 ] A. Döblin: Berlin Alexanderplatz. 1961, S. 469.
[ 71 ] H. Sachs: Der Sohn. 1917.
[ 72 ] F. Werfel: Nicht der Mörder. 1982. S. 114.
[ 73 ] L. Frank: Die Ursache. 1988. S. 79 u. 88.
[ 74 ] Das gilt mit Einschränkungen auch für A. Döblins Die beiden Freundinnen und ihr Giftmord (1924), obwohl diese Literarisierung eines authentischen Kriminalfalls sich in ihrer Wissenschaftskritik partiell auch gegen die Psychoanalyse richtet. Doch hatte sogar Musil in einer Kurzrezension des Textes dem Wiener Publikum Döblin als einen "Dichter" und "Arzt" vorgestellt, dessen Psychologie "stark psychoanalytisch gefärbt" sei. (R. Musil: Werke. Bd. 9. 1978, S. 1715. Ähnliches gilt für E. Weiß'im selben Jahr und in derselben Buchreihe (Außenseiter der Gesellschaft. Die Verbrechen der Gegenwart) erschienene Kriminalstudie über eine Giftmischerin Der Fall Vikobrankowics. Weiß spricht hier zwar vom Versagen der Freudschen Hysterie-Theorie im Hinblick auf diesen Fall, schränkt jedoch ein: "Ganz ergebnislos ist die Untersuchung allerdings auch nach dieser Richtung nicht." (E. Weiß: Werke. Bd. 7. 1982, S. 104.) In einem Überblick über die Buchreihe weist Joachim Linder darauf hin, daß die Überlegungen zum Außenseiter, mit denen Eduard Trautner seine Gerichtsreportage Der Mord am Polizeiagenten Blau (Bd. 3, 1924) ergänzt, den Schriften von Otto Gross verpflichtet sind. (J. Linder: Außenseiter. 1994, S. 254.) Die Auseinandersetzung mit der Psychoanalyse tangiert im übrigen auch den "Fall Moosbrugger" in Musils Der Mann ohne Eigenschaften.
[ 75 ] Vgl. Th. Anz: Literatur der Existenz. 1977.
[ 76 ] Zur Rezeption von Breuers und Freuds Studien über Hysterie durch Hermann Bahr und Hofmannsthal (vor allem in Elektra) vgl. M. Worbs: Nervenkunst. 1988, S. 139ff. und 259ff.; zu Musils Rezeption (vor allem in den beiden Erzählungen Vereinigungen, aber auch in seiner Konzeption der "anderen Zustandes") vgl. K. Corino: Ödipus. 1973, S. 176ff. u. S. 221. Zu den Übereinstimmungen zwischen den Studien über Hysterie und der Erzählung Die Versuchung der stillen Veronika s. weiterhin L. Martens: Musil and Freud. 1987, und S. Kyora: Psychoanalyse und Prosa. 1992, S. 167ff.- Vgl. auch die in Anm. 74 angeführten Arbeiten von Schuller.
[ 77 ] Vgl. im Hinblick auf die psychiatrischen, psychoanalytischen, philosophischen und literarischen Diskurse über Hysterie M. Schuller: Im Unterschied. 1990; hierin die Aufsätze: "Weibliche Neurose" und "kranke Kultur". Zur Literarisierung einer Krankheit um die Jahrhundertwende, S. 13-45; Literatur und Psychoanalyse. Zum Fall der hysterischen Krankengeschichte bei Sigmund Freud, S. 67-80; Hysterie als Artefaktum. Zum literarischen und visuellen Archiv der Hysterie um 1900, S. 81-94.
[ 78 ] S. Freud: Der Wahn. 1973, S. 126.
[ 79 ] Th. Mann: Der Zauberberg. 1981. S. 180f.
[ 80 ] N. Elias: Über den Prozeß. 1978. Bd. 2, S. 330.
[ 81 ] A. Döblin: Sigmund Freud. 1962, S. 84. Mit der (von Döblin nicht nicht ganz korrekt zitierten) Bemerkung von Freud beginnt die "Epikrise" zur Krankengeschichte der Elisabeth v. R. in J. Breuer, S. Freud: Studien über Hysterie. 1991. S. 180.
[ 82 ] A. Döblin: Briefe. 1970, S. 165: "Vor allem habe ich meine Technik aus der psychoanalytischen Tätigkeit"; vgl. oben S. xx.
[ 83 ] A. Döblin: Schriften. 1986, S. 402.
[ 84 ] Siehe oben S. XX.
[ 85 ] E. Weiß: Italo Svevo. 1985, S. 5.
[ 86 ] S. Kyora: Psychoanalyse und Prosa. 1992, S. 1f.
[ 87 ] R. Musil: Literarischer Nachlaß. 1992, Mappengruppe 2/Mappe 1, S. 70.
[ 88 ] W. Müller-Seidel: Moderne Literatur. 1982, S. 26.
[ 99 ] A. Schnitzler: Aphorismen. 1967. S.491f.
[ 90 ] Siehe neben dem in Anm. 81 angeführten Aufsatz auch W. Müller-Seidel: Psychiatrie. 1984. - Im Blick auf Krankengeschichten in der Gegenwartsliteratur vgl. dazu auch Th. Anz: Gesund oder krank? 1989, S. 86-89.
[ 91 ] H. Thomé: Autonomes Ich. 1993, S. 17.
[ 92 ] R. Musil: Tagebücher. 1976. Bd. 1, S. 787.
[ 93 ] Aus dem Nachlaß zitiert von K. Corino: Ödipus. 1973, S. 180f.