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Der Nahostkonflikt und seine Vorgeschichte – eine Chronologie
Teil I: 1517-1990

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Die Auseinandersetzungen dauern schon seit einem Jahrhundert an. Die damals auf der ganzen Welt verstreuten Juden wurden, wohin sie auch kamen, verfolgt (Mittelalter). Aus diesem Grund begann um 1882 eine Einwanderungswelle in das von den Arabern bewohnte Gebiet. Nach dem gescheiterten Versuch derer Ausrottung durch die Nationalsozialisten (Nationalsozialismus) wurde ein Großteil der Juden von Frankreich und Großbritannien in den unter ihrem Mandat stehenden »Nahen Osten« abgeschoben; ihnen wurde 1948 ein eigener Staat geschaffen, wobei auf die Zustimmung der Palästinenser bewußt verzichtet wurde. Die Gründung Israels ist einzigartig in der Geschichte moderner Staatsgründungen, da diese mit biblischen Schriften rechtfertigt wird. Aus dem anfänglichen »Heim in dem ihren von Gott geschenkten Land« wurde die rücksichtslose Einnahme eines großen Staatsgebietes der Palästinenser.

Zeittafel

1517-1917/18
Osmanische Herrschaft in Palästina.
1882-1903
Erste Einwanderungswelle (Alija) als Reaktion auf die Unterdrückung der Juden in Osteuropa. Etwa 30 000 Juden kommen nach Palästina.
Theodor Herzl: »Der Judenstaat« (1896)
1896
Theodor Herzl, jüdischer Schriftsteller und Gründer der zionischen Bewegung, veröffentlicht sein Werk »Der Judenstaat«.
1909
Gründung des ersten Kibbutz Deganja am See Genezareth, Gründung von Tel Aviv als erste jüdisch-zionische Stadt in Palästina.
1914
Beginn des ersten Weltkrieges. Großbritannien erklärt dem Osmanischen Reich den Krieg.
1916
Sykes/Picot-Abkommen: geheimer britisch-französischer Pakt zur Teilung Palästinas.
1917
Die britische Regierung sichert den Zionisten ihre Unterstützung zu (Balfour-Deklaration).
1919
Erster arabisch-palästinensischer Kongress in Jerusalem: Forderung nach Etablierung eines unabhängigen Staates. Telegramm an die Versailler-Friedenskonferenz mit Protest gegen die Balfour-Deklaration.
24.03.1920
Eine Konferenz der Alliierten überträgt Großbritannien das Mandat für Palästina. Daraufhin in Jerusalem und 1921 (Mai) in Jaffa blutige Unruhen gegen Juden und gewaltsame Proteste gegen die Mandatsmacht Großbritannien.
Dezember 1920
Dritter Palästinensischer Nationalkongress in Haifa: Orientierung der palästinensischen Nationalbewegung, die bis 1934 das offizielle Sprachohr der Araber Palästinas ist, auf Palästina und damit Ende der südsyrischen Ausrichtung.
1921
Teilung des britischen Mandatsgebiets. Vier Fünftel von Palästina werden den Emirat Transjordanien zugeschlagen.
1932-1938
Im Zuge der fünften Alija kommen mehr als 250 000 jüdische Einwanderer nach Palästina.
1936-1939
Generalstreik und arabische Rebellion gegen die britische Mandatspolitik und die jüdische Kolonisation.
1936
Gründung des Obersten Arabischen Komitees (OAK) in Jerusalem unter dem Vorsitz von Mufti Hajj Amin al-Husaini, das praktisch bis zur Gründung der PLO 1964 die Führung der palästinensischen Nationalbewegung bildet.
1937
Deportation oder Flucht aller Mitglieder des OAK.
November 1947
UN-Resolution 181: Beschluß zur Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat sowie die Internationalisierung Jerusalems.
14.05/15.05.1948
Ende des britischen Mandats über Palästina, Proklamation des Staates Israel durch David Ben Gurion. Arabische Armeen beginnen mit einem Angriff auf Israel den ersten arabisch-israelischen Krieg (Unabhängigkeitskrieg).
Dezember 1948
UN-Resolution 194 bekräftigt die Rückkehrmöglichkeit für alle Flüchtlinge und das Recht auf Wiedergutmachung. Für die Palästinenser konstituiert dieses Jahr die Katastrophe (»al-Nakma«).
1959
Gründung von »Fatah« (Bewegung zur Nationalen Befreiung Palästinas) durch Yassir Arafat in Kuwait.
28.05.-02.06.1964
Erster Palästinensischer Nationalkongreß in Ost-Jerusalem, Gründung der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) unter Führung von Ahmed Shukairi.
1967
Sechs-Tage-Krieg. Sieg Israels über Ägypten, Syrien und Jordanien. Die israelische Armee besetzt Ost-Jerusalem, das Westjordanland, die Galanhöhlen, den Gazastreifen und die Sinaihalbinsel.
November 1969
UN-Resolution 242: Israel wird aufgefordert, sich aus den besetzten Gebieten zurückzuziehen.
Februar 1970
Fünfter Palästinensischer Nationalkongress in Kairo. Yassir Arafat wird zum Vorsitzenden des PLO-Exekutivkomitees gewählt. Seitdem steht die PLO unter seiner Führung.
06.10.-26.10.1973
Jom-Kippur-Krieg Israels gegen Ägypten und Syrien.
November 1974
UN-Resolution 3236 zur Palästina-Frage: Anerkennung des Rechts der Palästinenser auf nationale Souveränität und Unabhängigkeit.
1976
Camp David: Jimmy Carter, Anwar al Sadat und Menachim Begin vereinbaren u. a. für die Palästinenser in den israelisch besetzten Gebieten eine Autonomie und Rückzug aller israelischen Truppen vom Sinai.
1979
Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten.
1982
Israelische Truppen dringen in den Libanon ein, um dort Guerillakommandos der PLO zu bekämpfen.
1987
Beginn der Intifada, des palästinensischen Aufstandes gegen die israelische Besatzung in der Westbank, im Gazastreifen und in Ost-Jerusalem.
15.11.1988
Der Palästinensische Nationalrat ruft auf der Grundlage der UN-Resolutionen und des Teilungsplans von 1947 in Algier den Staat Palästina aus bei Anerkennung der Existenz Israels.
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Weiterführende Informationen

Maria Waizel