Prof. Dr. Dr. h.c. Harald Plachter
Curriculum vitae
Harald Plachter, geboren 1950 in Nürnberg, studierte von 1970 bis
1976 Biologie und Chemie an der Universität Erlangen-Nürnberg.
Dort promovierte er 1978 zum Dr. rer. nat. über die Ökologie
und Funktionsmorphologie von Pilzmückenlarven. Im gleichen Jahr übernahm
er die Leitung des Referates für Artenschutz und Grundlagen des Biotopschutzes
beim Bayerischen Landesamt für Umweltschutz in München. Er war
dort u.a. für die bayerischen Artenschutzprogramme und die Artenkartierungen
zuständig. Seit 1987 leitete er zusammen mit dem Bayerischen Umweltministerium
eine Projektgruppe für das „Bayerische Arten- und Biotopschutzprogramm“.
Gleichzeitig nahm Plachter Lehraufträge für Naturschutz an den
Universitäten Erlangen (1978-83) und Ulm (1985-90) wahr. An der Universität
Ulm habilitierte er sich 1987 für das Fach Zoologie.
1990 wurde Plachter auf die neu eingerichtete Professur für „wissenschaftlichen
Naturschutz“ am Fachbereich Biologie der Philipps-Universität Marburg
berufen und mit dem Aufbau des Faches Naturschutz beauftragt. Er leitet
dieses Fachgebiet bis heute zusammen mit Prof.
Dr. Peter Poschlod.
Wissenschaftliche Schwerpunkte
a) inhaltlich:
1) Raum-Zeit-Struktur von Tierpopulationen als Grundlage für Naturschutz-Strategien.
In den letzten Jahren Schwerpunkt auf: Metapopulationskonzept, Ausbreitungsprozesse
(Dispersal), einschließlich aktiver und passiver Fernausbreitung,
Schlüsselfaktoren für erfolgreiche Etablierung.
2) Anpassung an “nicht vorhersehbare“ Umwelten. Nutzung punktueller,
episodischer Ressourcen (Modelle: Aas, Tierkot), populare Plastizität,
Bedeutung natürlicher (Überschwemmungen) und zoo-anthropogener
(Beweidung) Störungen für die Überlebensfähigkeit und
Entwicklung von Populationen und Ökosystemen; Schutz und Förderung
ökologischer Prozesse.
3) Entwicklung einer nachhaltigen Land- und Forstwirtschaft. Präzisierung
des Konzeptes naturschutzfachlicher Leitbilder und der Integration von
Naturschutzzielen in die Nutzung über „Naturschutz-Qualitätsziele“
und standardisierte Bewertungsalgorithmen; Reaktion von Tierarten auf Naturschutzmaßnahmen
in Agrarlandschaften; Naturschutz in Kulturlandschaften.
4) Fortentwicklung der generellen Zielbestimmung des Naturschutzes und
ihrer Implementierung in gesellschaftliche und politische Entscheidungsraster.
Verbesserung des methodischen Instrumentariums des Naturschutzes, Methoden-Standardisierung,
Entwicklung von Methoden des Zielabgleiches.
b) räumlich
Mittel- und Westeuropa (EU-Raum)
Ehemalige Sowjetunion (Ukraine, Georgien, Rußland)
Außerdem Arbeiten in: Frankreich, Italien, Kroatien, Schweden,
USA (Oregon), Südafrika.
Veröffentlichungen:
Zur Zeit über 120, darunter ein allgemeines Lehrbuch über Naturschutz.
Chronologische
Liste.
Eingeladene Vorträge (seit 1999, Auswahl):
Bundesamt für Naturschutz, Bonn
BBA Berlin
FAL Braunschweig
ZALF Müncheberg
FAL Schweiz, Reckenholz
UNESCO, Österreich, Hallstatt
UNESCO, Baikalsee, Rußland
Georgische Akad. der Wissensch., Tiflis
Herausgebertätigkeit
Herausgeber der „Zeitschrift für Ökologie und Naturschutz“ (ZÖN)
Mitherausgeber der „Beiträge zur Ökologie“ (Jena)
Gremien
a) In zurückliegenden Jahren:
Arbeitsgemeinschaft deutscher Vogelschutzwarten
Beirat für Naturschutz und Landschaftspflege beim Bundes-Umweltministerium
Fachbeirat „Arten- und Biotopschutzforschung“ beim Bundes-Forschungsministerium
Naturschutzbeirat des Landes Hessen
Fachbeirat des Naturschutzzentrums Hessen
Fachbeirat „Henry Ford Conservation Awards“
b) aktuell:
Deutsche Delegation zur Welterbekonvention der UNESCO
Deutsches MAB-Nationalkomitee
Commission for Protected Areas (WCPA) der World Conservation Union IUCN
Deutsches Expertengremium zur Festlegung methodischer Standards im Naturschutz
(Leitung)
Ehrungen
Bruno-H.-Schubert Preis für Naturschutz (1988)
Dr. honoris causa der Georgischen Agraruniversität (1999)