
Der Text des Liedes, das heute unter seiner Anfangszeile O alte Burschenherrlichkeit geläufig ist, erschien anonym unter dem Titel "Rückblicke eines alten Burschen" erstmals in der Berliner Zeitschrift "Der Freimüthige" vom 9. August 1825 (siehe oben). (2) Das Lied beginnt: O alte Burschenherrlichkeit / Wohin bist du verschwunden? Zitiert wird später auch entschwunden, mit erweitertem Kehrreim: O jerum, jerum, jerum! O quae mutatio rerum! (3)
Im Versmaß, im Refrain und in der Melodie ist das Lied angelehnt an ein älteres "Was fang‘ ich armer Teufel an? / Die Gelder sind verzehret", von dem auf einem Jenaer Blatt von 1763 folgende Strophe bekannt wurde:
Ich legte mich aufs Bette hin,
Die Grillen zu vertreiben,
Und dachte oft in meinem Sinn,
Ob ich soll länger bleiben.
Darauf kam meine Wäscherin
Und setzte mir ‘nen Buben hin.
O Jerum, Jerum, Jerum,
O quae mutatio rerum!
In den 1790er Jahren sang man dann u. a.:
Zu Hause darf ich auch nicht mehr,
Da hat man mein vergessen,
Weil ich nun Doctor worden bin
Im Saufen und im Fressen;
Verdebauchirt, vercommerschirt,
Und die Gesundheit ruinirt!
O Jerum etc. (4)
Der Text des "Armen-Teufel"-Liedes lautet dann in einer Fassung von 1816 (Neues deutsches allgemeines Commers- und Liederbuch. Zweyte vermehrte Auflage. Germania [1. Aufl. Tübingen 1815], 51 f.) wie folgt:
Klage eines alten Burschen.
Was fang ich armer Teufel an?
Die Gelder sind verzehret:
Mein Hab und Gut ist all‘ verthan,
Der Beutel ausgeleeret.
Und daraus folgt der harte Schluß,
Daß ich aus - - wandern muß.
O Jerum! Jerum! Jerum! : :
(O quae mutatio rerum.)
Und Wäsche hab‘ ich auch nicht mehr,
Als nur ein einzig Hemde.
Das thut mir in der Seele weh,
Und däucht mir gar zu fremde:
Ein’n alten Gottfried hab‘ ich noch,
Der hat am Arm ein grosses Loch.
O Jerum! Jerum! Jerum! : :
Nach Hause darf ich auch nicht mehr,
Da hat man mich vergessen:
Seitdem ich Doktor worden bin
Im Saufen und im Freßen.
Gespielt, getanzt und commersirt,
Und die Gesundheit ruinirt!
O Jerum! Jerum! Jerum! : :
Aufs Kirchgeh’n hielt ich auch nicht viel,
Das Wirthshauß war mir lieber:
Bey Kegel- und bey Karten-Spiel -
Da gieng ich nie vorüber.
Und mit der heil’gen Rel’gion -
Da trieb ich nichts als Spott und Hohn.
O Jerum! Jerum! Jerum! : :
In meiner Stub‘ ist alles leer;
Da ist nichts mehr zu finden,
Als blos ein altes Mordgewehr.
Das will ich um mich binden,
Und gegen die Franzosen zieh’n,
Vielleicht wird da mein Glück mir blühn.
O Jerum! Jerum! Jerum! : :
Am besten ist’s ich werd‘ Soldat
In einem freyen Felde.
Da finden keine Sorgen statt,
Und mangelt’s nicht an Gelde:
In einer Schlacht, da soll es seyn,
Wo ich will schlafen ruhig ein;
O Jerum! Jerum! Jerum! : :
Und werd‘ ich dann gestorben seyn,
So habt mit mir Erbarmen:
Hüllt mich in - - - ein,
Schließt mich in eure Arme!
Dann bin ich treflich balsamirt,
Und euch zu Ehren konservirt.
O Jerum! Jerum! Jerum! : :
Doch zurück zum Lied "O alte Burschenherrlichkeit". Die Abkehr vom allzu zotigen Textvorbild der "Armen-Teufel"-Verse hin zu jenen stimmungsvollen "Rückblicken" einerseits auf eine flotte Burschenzeit und andererseits auf die Kümmernisse des allgegenwärtigen Philisterdaseins vollzog der anonyme Dichter der "Alten Burschenherrlichkeit" vielleicht unter dem Eindruck eines 1825 in Karl Bernhard Garves "Christlichen Gesängen" veröffentlichten Gedichtes mit der folgenden Strophe:
N° 33. Des Menschen Fall.
Der ersten Unschuld reines Glück
Wohin bist du geschieden?
Du flohst und kehrest nicht zurück
Mit deinem süßen Frieden? [sic!]
Dein Edensgarten blüht nicht mehr:
Verwelkt durch Sündenhauch ist er,
Durch Menschenschuld verloren.(5)
Versmaß und Klageton dieses Gedichtes stimmen auffällig mit denen der "Alten Burschenherrlichkeit" überein, ohne daß letztlich aber die - tatsächliche oder auch nur anzunehmende - Vorbildfunktion des Garve-Gedichtes für die "Alte Burschenherrlichkeit" weiter zu belegen wäre.
Der Durchbruch zum vielgesungenen Studentenlied gelang der "Alten Burschenherrlichkeit" erst um das Jahr 1840, als in Anlehnung an eine Melodie zu "Was fang‘ ich armer Teufel an?" der so ansprechende Ton gefunden war. (6) Die noch heute übliche Melodie findet sich bereits in Gustav Brauns Liederbuch für Studenten (1843/1845). (7) Dem Lied Nr. 23 (ohne Titel, Melodie und Text "Was fang‘ ich armer Teufel an?") der zweiten Auflage auf Seite 38 folgt dort (ohne Nennung eines Verfassers) auf Seite 39 das Lied:
N° 24. Klagelied eines alten Burschen.
Mel. Was fang‘ ich armer Teufel an etc.
1.
O alte Burschenherrlichkeit!
Wohin bist du verschwunden?
Nie kehrst mir wieder, gold‘ne Zeit,
So froh und ungebunden!
Vergebens spähe ich umher,
Ich finde deine Spur nicht mehr.
O jerum, jerum, jerum,
O quae mutatio rerum!
2.
Den Burschenhut bedeckt der Staub,
Es sank der Flaus in Trümmer,
Mein Hieber ward des Rostes Raub,
Erblichen ist sein Schimmer.
Verklungen ist des Burschen Sang,
Verhallt Rappier- und Sporenklang,
O jerum u. s. w.
3.
Wo sind die, die vom breiten Stein
Nicht wankten und nicht wichen,
Die, ohne Spieß, bei Scherz und Wein
Den Herrn der Erde glichen? -
Sie zogen mit gesenktem Blick
In das Philisterland zurück.
O jerum u. s. w.
4.
Da schreibt mit finsterm Amtsgesicht
Der Eine Relationen,
Der Andre seufzt beim Unterricht,
Und Der macht Recensionen;
Der schilt die sünd’ge Seele aus,
Und Der flickt ihr verfall’nes Haus!
O jerum u. s. w.
5.
Allein das rechte Burschenherz
Kann nimmermehr erkalten.
Im Ernste wird, wie hier im Scherz,
Der rechte Sinn stets walten;
Die alte Schaale nur ist fern,
Geblieben ist uns doch der Kern,
/ : Und den laßt fest uns halten! : /
6.
Drum, Freunde, reichet euch die Hand,
Damit es sich erneue,
Der alten Freundschaft heil’ges Band,
Das alte Band der Treue.
Klingt an und hebt die Gläser hoch,
Die alten Burschen leben noch,
/ : Noch lebt die alte Treue! : /
1858 fand das Lied dann unter dem Titel "Rückblick" Eingang in die Erstausgabe des "Allgemeinen Deutschen Commersbuches" der Brüder Hermann und Moritz Schauenburg, gelegentlich nach dem Verlagsort auch "Lahrer Commersbuch" genannt. Die zugeordnete Melodie gibt dabei die gängige Variante zum Lied "Was fang‘ ich armer Teufel an?" wieder, wie sie für dieses Lied, jedoch später nicht für die "Alte Burschenherrlichkeit" prägend wurde; (8) für diese hat sich - wie oben erwähnt - die bei Gustav Braun (1843) angeführte Melodievariante durchgesetzt. Und wie bei allen frühen Abdrucken des Liedes fehlte auch im "Lahrer Commersbuch" zunächst ein Verfassername. Darüber hinaus wurde der Refrain gegenüber dem Erstdruck von 1825 - und auch gegenüber der Fassung bei Gustav Braun - leicht verändert: O jerum, jarum, jerum! qualis mutatio rerum!, und es wurden sprachliche Modernisierungen eingeführt: Flaus statt Flausch (schon bei Braun!), Schläger statt Hieber, Commers statt Commersch und Moos statt Spieß. (9)
Die ursprünglichen Ausdrücke Flausch, Hieber, Commersch/ Kommersch und Spieß waren typisch für den Sprachgebrauch der Hallenser Studenten um 1800. (10) Typisch für Halle war auch der breite Stein, der "mittlere Weg auf den hallischen Straßen, der durch eine Reihe etwas breiterer Steine bezeichnet ist. [...] Hier läßt es sich wenigstens erträglicher gehn, als auf dem übrigen Theile des Steinpflasters [...]. Daher ist denn auch wahrscheinlich die Mode der hallischen Burschen entstanden, Keinem als Studenten den breiten Stein zu überlassen [...]. Ein Bursch soll dem Andern die Hälfte desselben überlassen; dies geschieht aber nicht immer und hat der breite Stein zu vielen Händeln Veranlassung gegeben." (11) Im zweiten Gesang von Friedrich Wilhelm Zachariäs scherzhaftem Heldengedicht "Der Renommist" (1744/1772) heißt es hierzu mit ausdrücklichem Verweis auf Halle: "Du wirst den Offizier von breiten Steinen schmeißen / Und wirst der Renommist von Renommisten heißen." (12) , und Joseph von Eichendorff, der im Frühjahr 1805 zum Studium nach Halle gekommen war, vermerkte unter dem 30. April in seinem Tagebuch: "Der seltsame Eindruk, den die Furchtsamkeit der Bürger u. Offiziere, die schon von weitem vom breiten Steine weichen, die Höflichkeit der Proffessoren [...] auf mich machten, läßt sich nicht beschreiben." (13)
Auch die altehrwürdige Universitätsstadt Jena hatte einen breiten Stein, über den der Magister Adrian Beier 1665 im Zusammenhang mit dem Auftreten des Saale-Hochwassers berichtet: "/ und das Wasser in die Saalgasse/ zum Schlosse und breiten Stein wohl ehemals getreten ist/" (S. 64). An anderer Stelle (S. 387) wird der "Brun[nen] bey dem breiten Steine/ in der Saalgassen" erwähnt; (14) eine Tafel erinnert noch heute in Jena an diese Lokalität. In der studentikosen Literatur findet der besagte jenaische breite Stein als hervorzuhebende lokale Besonderheit m. W. keine Erwähnung. Andererseits regelte in Universitätsstädten mitunter ein burschikoses "Breite Stein- und Gossenrecht" (15) den Verkehr auf den öffentlichen Trottoirs.
Das hallische Kolorit der "Alten Burschenherrlichkeit" und der Erscheinungsort des Erstabdruckes, Berlin, stützen daher die immer einmal wieder geäußerte Annahme, der anonyme Verfasser der "Rückblicke" 1825 sei Hallenser bzw. preußischer Untertan gewesen. (16)
Im Juli 1877, anläßlich der Feiern zum 350jährigen Bestehen der königlichen Universität Marburg, gehörte das Lied "O alte Burschenherrlichkeit" zu den ausgewählten Gesängen auf dem Festcommers im Saalbau, dem früheren Reithaus der Universität am Marburger Plan. Kaum war das Lied verklungen, als sich die Nachricht verbreitete, der Urheber des bis in jene Tage anonymen Textes sei unter den anwesenden Festgästen. Der Bericht zu dieser Begebenheit liest sich wie folgt: "Unmittelbar nach dem Ende des Liedes traten nemlich zwei jüngere Commilitonen (17) zu dem Präses heran und meldeten ihm, der Sänger des eben gesungenen Liedes, welches in den studentischen Liederbüchern bis dahin ohne Namen des Verfassers abgedruckt stand, befinde sich unter den Festgenossen, sei ein Hesse und ein alter Marburger Student. Daraufhin begab sich der Vorsitzende, den beiden Studiosen folgend, sofort zu dem betr. Commilitonen und erfuhr nun von ihm selbst, daß er allerdings der Dichter sei. Es war [...] Herr Sanitätsrath Dr. med. Eugen Höfling aus Eschwege, geb. in Fulda am 5. October 1808. Er hat das Lied nicht als Student, sondern im Philisterium in den Jahren 1830 bis 1839 (genauer weiß er es selbst nicht mehr) verfaßt, wonach es zuerst in der Frankfurter Didaskalia abgedruckt worden ist. Diese Entdeckung ergriff zunächst mächtig alle um den bescheidenen Mann Sitzenden [...], und bald durchbrauste die beiden Festhallen ein weithinschallendes Hoch auf den wackern Dichter eines unserer gemüthvollsten Lieder." (18)
Höfling starb 1880 in Eschwege. Sein Name ging alsbald als der des - vermeintlichen - Verfassers der "Alten Burschenherrlichkeit" in die Liederbücher und Gedichtsammlungen ein. Am Sterbehaus brachten Corps-Studenten 1882 eine Gedenktafel an, für die Victor von Scheffel die Inschrift verfaßt hatte:
In diesem Hause starb am 21. Juli 1880
der Dichter des Liedes
"O alte Burschenherrlichkeit"
Sanitätsrath Dr. med.
E u g e n H ö f l i n g.
Die Marburger Burschenschaft Arminia ehrte im Sommer 1895 den ehemaligen Burschenschafter und den "Dichter des Liedes 'O alte Burschenherrlichkeit'" mit einer Tafel am Hause Wettergasse 16 in Marburg; dort hatte Eugen Höfling als Student in den Jahren 1826-1828 gewohnt. (19)
Das scheinbare Einvernehmen über den Verfasser der "Alten Burschenherrlichkeit" wurde im Wintersemester 1890/1891 empfindlich gestört, als Wilhelm Erman mit seiner Recherche zum Autor und zur Entstehungsgeschichte des Liedes an die Öffentlichkeit trat. (20) Erman kam zu dem Schluß, daß aufgrund des Erstabdruckes des Liedes 1825, ferner mit Blick auf Quellenzusammenhänge und Überlieferungstraditionen sowie natürlich angesichts der eklatanten Widersprüche in den Angaben Höflings (und seines Umfeldes) kaum ein damals knapp 17 Jahre alte Oberschüler - nämlich Eugen Höfling - als Autor für eine so reife poetische Leistung in Frage kommen konnte. (21) Die Widersprüche betreffen solche zentralen Angaben wie das Jahr und den Ort der Veröffentlichung der "Alten Burschenherrlichkeit", die von den Verteidigern einer Autorschaft Eugen Höflings und unter ausdrücklicher Berufung auf diesen zunächst mit "1826" (22) und "in der Didaskalia" angegeben werden; sie betreffen aber auch den Inhalt des Liedes, denn Höfling sei vor seinem Abiturientenexamen nach eigenem Bekunden "alles studentische Leben und Treiben noch gänzlich unbekannt geblieben", er habe sein dichterisches Empfinden vom burschenschaftlichen Leben erst nach dem Abgang vom Gymnasium, also 1826, auf Reisen in Thüringen (Jena, Wartburg) sowie aus dem Zusammentreffen mit Studenten und "Alten Häusern" in seiner Heimatstadt Fulda bezogen. (23)
Höflings Name erhält dann einen weiteren Kratzer, als Max Friedlaender in dem von ihm herausgegebenen Commersbuch(24) Wilhelm Ermans Recherche mit zusätzlichen Hinweisen zur Überlieferungsgeschichte der "Alten Burschenherrlichkeit" untermauert und gleichfalls die Verfasserschaft des Unterprimaners Höfling (1825!) in Abrede stellt.
In zeitlicher Nachbarschaft zur 400-Jahrfeier der Universität Marburg im Jahre 1927 unternimmt E. Stendell neuerlich einen Versuch, Eugen Höfling als Autor wieder ins rechte Licht zu rücken. Stendell wartet aber nicht mit neuen Fakten auf, sondern schmückt die auf Mündlichkeit beruhende - man kann wohl sagen - "Legende" um die Verfasserschaft der "Alten Burschenherrlichkeit" um weitere Facetten aus, so daß nach ihm "Eugen Höfling und kein anderer der Dichter des Lieblingsliedes deutscher Studenten" ist. (25)
Der entschiedenste Beitrag zur Ehrenrettung von Eugen Höfling als Verfasser des Liedes "O alte Burschenherrlichkeit" stammt dann aus der Feder des bekannten Studentenhistorikers Kurt Stephenson (1960). (26) Unter Rückgriff auf Eduard Sprangers Psychologie des Jugendalters (Leipzig 1924 - mit psychologischen Erklärungen für geistige Hoch- und Spontanleistungen Heranwachsender) und unter inhaltlicher Umdeutung der "Rückblicke eines alten Burschen", wie der Titel der "Alten Burschenherrlichkeit" ursprünglich 1825 ja lautete, in "Rückblicke eines Altburschen" verhilft Stephenson der These vom Unterprimaner-Autor Höfling zu neuer Geltung. (27) Stephenson spielt dabei mit der Mehrdeutigkeit des Begriffes "alter Bursch", der einmal 'Student im fünften Semester', (28) zum anderen aber auch ,verbummelter Student, Langzeitstudent’ (29) und natürlich ,ehemaliger Student‘ (30) bedeuten kann. Er schreibt (S. 121 f.): "Fast alle, die das Lied gesungen haben, sind einer tief eingewurzelten Täuschung erlegen, die bis heute vorgehalten hat. Sie glaubten und glauben mit ERMAN, daß die Dichtung ,den Rückblick des längst im Philisterlande weilenden Alten Herren auf die schöne Burschenzeit mit einer liebenswürdigen Mischung von Humor und Wehmut ... zum Ausdruck bringt‘ [...]. In Wahrheit ist das Bild dies: ein A l t b u r s c h verläßt nach bestandenem Examen die Universität. (31) Die nie wiederkehrende, goldene Zeit verfällt dem Reich der Erinnerung. Bedrückt blickt sich der Scheidende im Philisterland um, dem er nun angehören soll. Da ist alle Herrlichkeit spurlos verschwunden [...]. Es handelt sich demnach nicht um ein Altherren-Erinnerungslied, sondern um ein Philistrierungslied (32) oder Studenten-Abschiedslied, wie denn auch die originale Überschrift im "Freimüthigen" nicht "Rückblicke eines alten Herrn" (33) , sondern "eines a l t e n B u r s c h e n" lautet [...]. Vom Inhalt her zwingt also nichts dazu, als Verfasser einen gereiften Dichter zu vermuten."
Trotz dieser hermeneutischen Kunstgriffe kann Stephenson - wie er selbst
einräumen muß - „nicht den Beweis liefern, daß Höfling
die ‚Rückblicke‘ gedichtet hat.“ Andererseits sollen seine Überlegungen
„jedes der aufgetretenen Bedenken gegen [Höflings] Autorschaft, die
durch ihn selber genügend bezeugt ist, beseitigen“ (S. 130). Bezeugt
- im Sinne eines überprüfbaren, widerspruchsfreien Zeugnisses
- ist aber durch Höfling im Grunde herzlich wenig. Wilhelm Ermans
Dictum von 1890/1891, daß „das Lied wieder wie vor 1877 unter die
Anonyma zu rechnen“ (34) sei,
ist daher noch heute aktuell. Zwar wird Eugen Höfling mit einer weiteren
Gedenktafel seit 1983 auch an seinem Geburtshaus in Fulda als Dichter
des Liedes „O alte Burschenherrlichkeit“ gefeiert, gesicherte Erkenntnisse
über seine Verfasserschaft liegen dennoch nicht vor. (35)
(1) Überarbeitete Fassung eines gleichnamigen Beitrages in den DWV-Mitteilungen, 47. Jg., H. 2, Januar 1999, 34-39. © Dr. Norbert Nail (2000). Zurück zum Text
(2) Die Entdeckung des Erstdruckes geht zurück auf den Berliner Hochschulkundler Wilhelm Erman: Zur Geschichte des Liedes: O alte Burschenherrlichkeit. In: Burschenschaftliche Blätter, Nr. 8, 5. Jg., W.-S. 1890/1891, 175-179. Zurück zum Text
(3) Nach W. Erman (vgl. oben Fußnote 2) und den von diesem bemühten Quellen sind die ältesten studentischen Commersbücher, in denen die "Alte Burschenherrlichkeit" nachgewiesen wurde, das Liederbuch der Tübinger Hochschule (1842; von mir zitiert: Zweite, im Anhang vermehrte Auflage. [Tübingen] 1843) und das Liederbuch des deutschen Volkes. Leipzig 1843 (187. Rückblick eines alten Burschen, S. 57). Der von mir im weiteren vorgestellte Wiederabdruck der "Alten Burschenherrlichkeit" entstammt dem Liederbuch für Studenten. Mit Melodien. Herausgegeben von Gustav Braun. Zweite vermehrte Auflage. Berlin 1845 [1. Aufl. 1843]. Der Text der "Alten Burschenherrlichkeit" ist ferner enthalten in der Sammlung von Gesängen für die Loge Eugenia zum gekrönten Löwen in Danzig. Danzig 1837 (195. O alte Burschenherrlichkeit, S. 203) und in dem von Aug[ust] de Marle herausgegebenen Büchlein Deutschlands Lieder- und Commersbuch. Coesfeld 1838 (360. O alte Burschenherrlichkeit; Mel.: Was fang' ich armer Teufel an etc., S. 262). Zurück zum Text
(4) Vgl. Robert Keil; Richard Keil: Deutsche Studenten-Lieder des siebzehnten und achtzehnten Jahrhunderts. Lahr 1861, 101. - verdebauchirt ,verhurt‘. Zurück zum Text
(5) Vgl. Karl Bernhard Garve: Christliche Gesänge. Görlitz 1825, 44 f. Auf Parallelen zwischen Garves Gedicht und der "Alten Burschenherrlichkeit" wies Max Friedlaender in dem von ihm herausgegebenen Commersbuch hin (Dritte vermehrte Auflage. Leipzig o. J. - 1. Aufl. 1892 -; dort: Anmerkungen S. 199 f.). Friedlaender gibt im übrigen als Erscheinungsjahr für die Christlichen Gesänge - entgegen dem Impressum - das Jahr 1824 an, was in der Tat einen gedanklich-textlichen Vorbildcharakter der Christlichen Gesänge für die "Alte Burschenherrlichkeit" nahelegen würde. Zurück zum Text
(6) Zur Chronologie der Aufnahme der "Alten Burschenherrlichkeit" in die diversen Studentenliederbücher vgl. W. Erman (oben Fußnote 2), M. Friedlaender (oben Fußnote 5), Karl Hermann Prahl (Bearb.): Hoffmann von Fallersleben, Unsere volkstümlichen Lieder. Vierte Auflage. Leipzig 1900, 197 f., und Kurt Stephenson: Die "Rückblicke eines alten Burschen" und ihr Dichter Eugen Höfling. In: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde 71 (1960), 119-130. Zurück zum Text
(7) Vgl. oben Fußnote 3. Zurück zum Text
(8) Allgemeines Deutsches Commersbuch. Erstausgabe 1858. Herausgegeben von Werner Heilmann. München 1975. - Zu den unterschiedlichen Melodien der Lieder "O alte Burschenherrlichkeit" und "Was fang‘ ich armer Teufel an?" vgl. beispielsweise das Commers-Buch für den deutschen Studenten (Sechsundzwanzigste Stereotypauflage. Leipzig 1887). Zurück zum Text
(9) Die alten Sprachvarianten Flausch, Kommersch, Hieber und Spieß sind noch 1837 in der Danziger "Sammlung von Gesängen für die Loge Eugenia" (vgl. oben Fußnote 3) vertreten. Im Liederbuch der Tübinger Hochschule (2. Aufl., vgl. oben Fußnote 3) erscheint die "Alte Burschenherrlichkeit" unter der Überschrift (312.) Philisterium (S. 417) mit der Variante des Kehrreims Qualis mutatio rerum! und mit Kniff 'Kreuzer, Geld' für Spieß; vgl. s. v. Kniff bei J. Vollman [d. i. Johannes Gräßli]: Burschicoses Woerterbuch [...]. Ragaz 1846. Zurück zum Text
(10) Vgl. das Studenten-Lexicon des Christian Wilhelm Kindleben (Halle 1781) und die "Bemerkungen eines Akademikers über Halle und dessen Bewohner, in Briefen, nebst einem Anhange [...]" (Verfasser: Christian Friedrich Bernhard Augustin, [Quedlinburg] 1795 - Neudruck in: Studentensprache und Studentenlied in Halle vor hundert Jahren. Halle a. S. 1894). Zurück zum Text
(11) Vgl. bei Chr. F. B. Augustin (oben Fußnote 10) s. v. Breiter Stein. Bei Chr. W. Kindleben (oben Fußnote 10) liest man: "Breiter Stein, heißt bey den Studenten die Mitte oder das hohe Pflaster auf der Straße, auf welchem nur die alten Bursche gehen dürfen. Vom breiten Stein schuppen, vom breiten Stein stoßen." Zurück zum Text
(12) Friedrich Wilhelm Zachariä: Der Renommist. Scherzhaftes Heldengedicht. Ein Stück Leipzig-Jenaer Kulturgeschichte. Herausgegeben und kommentiert von Detlef Ignasiak. Bucha bei Jena 1998. Zurück zum Text
(13) Joseph von Eichendorff: Werke in sechs Bänden. Herausgegeben von Wolfgang Frühwald [u.a.]. Bd. 5. Deutscher Klassiker Verlag 1993, 115. Zurück zum Text
(14) Vgl. Geographus Jenensis: Abbildung Der Jehnischen Gegend/ Grund und Bodens/ [...]. Jena 1665. Zurück zum Text
(15) Vgl. Das Leben auf Universitäten oder Darstellung aller Sitten und Gebräuche der Studenten, ihrer Verbindungen und Comments bei Duellen u. s. w. nebst aller burschikosen Ausdrücke und einer Auswahl der beliebtesten Burschenlieder. Sondershausen 1822, 44. Zurück zum Text
(16) Vgl. z. B. das Schweizer Commersbuch. Muri-Bern 1991, 501. Ein Hinweis auf Halle findet sich ferner schon bei M. Friedlaender (oben Fußnote 5). Daß der Verfasser der politisch eher harmlosen "Rückblicke eines alten Burschen" die Anonymität gewählt hat, erklärt sich leicht aus den "Karlsbader Beschlüssen" von 1819 und der besonders unnachgiebig von Preußen betriebenen Verfolgung burschenschaftlicher Aktivitäten. Zurück zum Text
(17) Nach Wilhelm Brill (Aus Heimath und Fremde. "O alte Burschenherrlichkeit". In: Hessenland. Zeitschrift für hessische Geschichte und Literatur 5, 1891, 84-86) waren es zwei Marburger Teutonen-Philister. Zurück zum Text
(18) Vgl. [Georg Buchenau:] "Salvete Commilitones!" Die 350jährige Jubelfeier der Universität Marburg am 30., 31. Juli und 1. August 1877. Marburg 1879, 34 f. Was den von Höfling genannten Veröffentlichungsort angeht: "in der Frankfurter Didaskalia" (d. i. Didaskalia oder Blätter für Geist, Gemüth und Publizität. Frankfurt a. M., 1. Jg. 1823), so haben entsprechende Nachforschungen schon im 19. Jahrhundert zu keinem Ergebnis geführt (vgl. W. Erman, oben Fußnote 2). Meine Suche in den Jahrgängen 3 (1825) und 4 (1826) der Didaskalia verlief ebenfalls negativ. Zurück zum Text
(19) Höfling hatte sich am 27.11.1826 für Medizin in Marburg eingeschrieben. 1828 setzte er sein Studium in Würzburg fort, kehrte aber am 16.6.1830 nach Marburg zurück, um - wie damals üblich - sein Examen an der Landesuniversität abzulegen. Der Catalogus studiosorum Marpurgensium vermerkt unter dem zuvor genannten Datum: "a Wirceburgensibus ad nos redux". Zurück zum Text
(20) Vgl. oben Fußnote 2. In einer Erwiderung auf einen Eugen Höfling verteidigenden Beitrag von Wilhelm Brill in den Burschenschaftlichen Blättern (Nr. 11, 5. Jg., 1. März 1891, 244 f.) bekräftigt W. Erman noch einmal seine ablehnende Haltung zur Autorschaft Eugen Höflings. Zurück zum Text
(21) Auf mündliche Äußerungen Eugen Höflings, in denen dieser sich als Verfasser des Liedes "O alte Burschenherrlichkeit" zu erkennen gibt, berufen sich u. a.: Hermann Budy (Die Gegenwart 15, 1879, 206-207), Rogge-Ludwig (Academische Monats-Hefte 3, H. 10, 26.1.1887, 327-329) - vgl. W. Erman (oben Fußnote 2) -, ferner W. Brill (oben Fußnote 17 bzw. 20) und C. F. von Stiernberg (Hessenland 5, 1891, 86). Die Unstimmigkeiten in den Angaben Höflings gegenüber den objektiven Fakten werden von den Verteidigern seiner Autorschaft mit Gedächtnisirrtümern eines alten Mannes abgetan; im übrigen wird auf die ansonsten untadelige Biographie des ehemaligen Burschenschafters und Demokraten Höfling verwiesen und damit die weitere kritische Diskussion um die Verfasserschaft der "Alten Burschenherrlichkeit" zugedeckt, vgl. auch Eduard Dietz (Burschenschaftliche Blätter Nr. 2, S.-S. 1891, 44). Zurück zum Text
(22) Im diesbezüglichen Bericht vom Marburger Universitätsjubiläum (vgl. oben Fußnote 18) hatte Höfling noch "in den Jahren 1830 bis 1839" angegeben. Nachdem die von W. Erman angeführten Daten zum Erstabdruck der "Rückblicke" gewissermaßen unumstößlich waren, korrigierten alle späteren Befürworter einer Autorschaft Höflings, darunter Herausgeber von Liederbüchern, Höflings Angaben ein weiteres Mal: nunmehr 1825. Die Verfasserschaft Höflings lehnte u. a. ab: Franz Magnus Böhme: Volksthümliche Lieder der Deutschen im 18. und 19. Jahrhundert. Leipzig 1895, 426. Böhme spricht von einem "Begeisterungsrausch", einer "Täuschung", die zu der Höfling zugeschriebenen Verfasserschaft geführt haben. Die später im "Österreichischen Kommersbuch. Liederbuch der katholischen Couleurstudenten in Österreich" (Innsbruck/ Neu-Rum 1984, 165) wiedergegebene Entstehungsgeschichte der "Alten Burschenherrlichkeit" ist in den entscheidenden Passagen falsch. Grobe Darstellungsfehler hinsichtlich der Geschichte des Liedes "O alte Burschenherrlichkeit" enthält auch der von Theodor Hölcke herausgegebene Band Vom Deutschen Studentenlied (Historia Academica; 29/30)[Gießen] 1990/91, 189 ff. Zurück zum Text
(23) Vgl. die Angaben bei W. Erman (oben Fußnote 2) und bei W. Brill (oben Fußnote 20). Erwogen wird später, daß u. U. an Höflings Schule Gepflogenheiten der 1805 aufgelösten Adolphsuniversität fortbestanden haben könnten (so das Schweizer Commersbuch, oben Fußnote 16). An deren Stelle "wurde ein Lyzeum eingerichtet, das sich selbst als Lehranstalt zwischen Gymnasium und Universität verstand" und das 1835 in einem humanistischen Gymnasium aufging (vgl. Rainer Polley: Die Adolphsuniversität Fulda 1734-1805. Marburg 1984, 58.). In burschikoser Hinsicht ist weder die in jesuitischer Tradition stehende Adolphsuniversität noch das Fuldaer Lyzeum m. W. besonders hervorgetreten. Zurück zum Text
(24) Vgl. oben Fußnote 5. Im Anschluß an M. Friedlaender weist ebenfalls K. H. Prahl (oben Fußnote 6) die Autorschaft Höflings für die "Alte Burschenherrlichkeit" zurück. Zurück zum Text
(25) Vgl. E. Stendell: Dem Gedächtnis des Dichters
von "O alte Burschenherrlichkeit" Eugen Höfling. In: Hessenland.
Illustrierte Monatsblätter für Heimatforschung, Kunst und Literatur
40, H. 3, März 1928,78-81.
Der Verfassername Höfling war im übrigen in der 1929 erschienenen
144.-150. Auflage des "Lahrer Commersbuches" getilgt - im Gegensatz, beispielsweise,
zur 96.-99. Auflage, die als Verfasser des Liedes "Rückblick eines
alten Burschen" Eug. Höfling. 1825. ausweist; neuere Auflagen,
so die 160., nehmen den Verfassernamen Höfling wieder auf; vgl. hierzu
auch die ausführlichen Angaben bei K. Stephenson (oben Fußnote
6).
Zurück zum Text
(26) Vgl. oben Fußnote 6. Zurück zum Text
(27) Ganz Stephenson verpflichtet ist der Beitrag von Raimund Lang zur "Alten Burschenherrlichkeit" in dessen ansonsten verdienstvollem Intonas. Von studentischen Texten und Weisen. Wien 1992, 79-88. Die "Höfling-kritische" Literatur ist in dem Beitrag weitgehend ausgeblendet, und folgerichtig ist nach Lang an "Höfling als Verfasser der ,Burschenherrlichkeit‘ [...] nicht mehr zu rütteln" (S. 83). Zurück zum Text
(28) Der "Comment der Landsmannschaften" von 1815 führt zur burschikosen Hierarchie aus: "Jungbursch wird man im zweiten Jahre, und zwar im I. Semester; im II. Semester Bursch. Im dritten Jahre wird man im I. Semester Altbursch, und in dem folgenden bemooster Herr." Die Jenaische Burschenschaft von 1818 kennt in ihrer Verfassungsurkunde die Differenzierung "Candidaten, Alte Bursche, Junge Bursche, Füchse"; vgl. Joachim Leopold Haupt: Landsmannschaften und Burschenschaft. Altenburg und Leipzig 1820, 188 bzw. 283. Das Studentikose Conversationslexicon (Leipzig 1825, 41) teilt die "Bursche" in folgende Kategorien ein: "junger Bursch, Jungbursch [im dritten Semester]; im vierten Semester wird er Bursch, im fünften alter Bursch, Altbursch, im sechsten endlich bemooster Herr, bemoostes Haupt."; Hervorhebungen N. N. Zurück zum Text
(29) Vgl. aus dem Jahre 1816 die "Klage eines alten
Burschen" ("Was fang‘ ich armer Teufel an?"); Hervorhebung N. N. Daneben
war Altbursch zugleich die "allgemeine Benennung jedes Studenten,
der bereits drei halbe Jahre auf der Universität ist", vgl. Das
Leben auf Universitäten, s. v. Altbursch (oben Fußnote
15).
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(30) Vgl. z. B. den von Peregrinus (d. i. Carl Friedrich Hermann Frömbling) verfaßten Bericht über das Marburger Universitätsjubiläum von 1827: Vier Tage und vier Nächte auf dem dritten Säcular-Feste in Marburg vom 27ten bis 30ten Juli 1827. Schreiben eines alten Burschen [= des bejahrten Verfassers , eines früheren Marburger Studenten] an seinen ehemaligen Universitäts-Freund zum Aufbewahren für die Nachwelt. Keine Erdichtungen, sondern factische Wahrheiten. 1828; abgedruckt in: Hans Günther Bickert; Norbert Nail: Liebenswertes Lahn-Athen. Das 300jährige Jubelfest der Philipps-Universität. Die erste Ehrenpromotion einer Frau. Ein Blick in Marburger Stammbücher. Marburg 1992. Auch das „Klagelied eines alten Burschen“ („O alte Burschenherrlichkeit“) von 1843/1845 gehört - wie die „Rückblicke eines alten Burschen“ von 1825 - nach meiner Überzeugung in diese Bedeutungskategorie; Hervorhebungen N. N. Zurück zum Text
(31) Entgegen Stephenson war ein alter Bursch oder Altbursch in damaliger Terminologie keineswegs ein Examenskandidat oder gar ein Hochschulabgänger (vgl. oben Fußnote 28-30). Stephenson operiert hier mit einer begrifflichen Unschärfe, um seine Deutung von alter Bursch/ Altbursch - gegen den Strich - rechtfertigen zu können. Zurück zum Text
(32) Hat der Tübinger Lied-Titel Philisterium für die „Alte Burschenherrlichkeit“ (vgl. oben Fußnote 9) möglicherweise Stephenson beeinflußt? Zurück zum Text
(33) Der Begriff „Alter Herr“ hat sich im studentischen Verbindungswesen erst um 1870 etabliert, vgl. Hermann Paul: Deutsches Wörterbuch. 9., vollständig neu bearbeitete Auflage von Helmut Henne und Georg Objartel unter Mitarbeit von Heidrun Kämper-Jensen. Tübingen 1992, s. v. Herr. Zurück zum Text
(34) Vgl. W. Erman (oben Fußnote 2), 178. Zurück zum Text
(35) Vgl. Richard Pawelitzki (Eugen Höfling - Burschenschafter und Demokrat im 19. Jahrhundert. In: Fuldaer Geschichtsblätter 60, 1984, 3-24); dieser vertritt in seinem an sich lesenswerten Beitrag, doch unter Ausblendung kritischer Stellungnahmen, bekannte Aussagen: „Höfling hat [das Lied] nicht erst als Burschenschafter in Marburg, sondern als ‚Lyzeist‘ des heimatlichen Gymnasiums verfaßt, das sich zu seiner Schulzeit noch sehr nachdrücklich als Nachfolgerin der einstigen Fuldaer Universität verstand“ (S. 3); oder, mit Bezug zu einem vieldiskutierten inhaltlichen Detail der „Alten Burschenherrlichkeit“, gewissermaßen als Argument post festum: „Auf dem sogenannten ‚breiten Stein‘ der Fuldaer Schmittgasse kam es [1833] zu einer Rempelei [zwischen Höfling und] einem illegitimen Kurfürstensohn, der schließlich von seinem Degen Gebrauch machte“ (S. 11). Inwieweit dabei breiter Stein eine im damaligen Fulda gängige Bezeichnung war, geht leider auch aus Pawelitzkis Anmerkungen (S. 24) nicht genau hervor. Zurück zum Text